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Caelyx (doxorubicin hydrochloride) – Zusammenfassung der merkmale des arzneimittels - L01DB

Updated on site: 05-Oct-2017

Name des ArzneimittelsCaelyx
ATC-CodeL01DB
Substanzdoxorubicin hydrochloride
HerstellerJanssen-Cilag International N.V.

1.BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Caelyx 2 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2.QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Caelyx enthält 2 mg Doxorubicin-Hydrochlorid in einer polyethylenglykolisierten, liposomalen Formulierung.

Caelyx, eine Liposomenformulierung, enthält Doxorubicin-Hydrochlorid, das in Liposomen eingeschlossen und an deren Oberfläche Methoxypolyethylenglykol (MPEG) gebunden ist. Durch den Prozess der Polyethylenglykolisierung werden die Liposomen vor der Erkennung durch das Monozyten-Makrophagen-System geschützt, was ihre Kreislaufzirkulation verlängert.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Die ”Lösung” ist steril, durchscheinend und rot.

4.KLINISCHE ANGABEN

4.1Anwendungsgebiete

Caelyx ist indiziert:

-Als Monotherapie bei Patientinnen mit metastasierendem Mammakarzinom mit erhöhtem kardialen Risiko.

-Zur Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom nach Versagen einer platinhaltigen First-Line-Chemotherapie.

-In Kombination mit Bortezomib zur Behandlung des progressiven multiplen Myeloms bei Patienten, die zumindest eine vorangegangene Therapie erhalten haben, und die sich bereits einer Knochenmarkstransplantation unterzogen haben bzw. dafür ungeeignet sind.

-Zur Behandlung von Patienten mit AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom (KS) mit niedrigen CD4- Werten (< 200 CD4-Lymphozyten/mm³) und umfangreichem mukokutanem und viszeralem Befall.

Die Anwendung von Caelyx kann entweder als primäre systemische Chemotherapie erfolgen oder als sekundäre Chemotherapie bei AIDS-KS-Patienten, bei denen die Krankheit fortschreitet oder eine vorherige, systemische Kombinationschemotherapie mit mindestens zwei der folgenden Wirkstoffe - ein Vinca-Alkaloid, Bleomycin und Standard-Doxorubicin (oder sonstige Anthrazykline) - nicht toleriert wurde.

4.2Dosierung und Art der Anwendung

Caelyx sollte nur unter Aufsicht eines qualifizierten, auf die Anwendung von Zytotoxika spezialisierten Onkologen angewendet werden.

Caelyx zeigt eigene, besondere pharmakokinetische Eigenschaften und darf deshalb nicht gegen andere Formulierungen mit Doxorubicin-Hydrochlorid ausgetauscht werden.

Dosierung

Mammakarzinom/Ovarialkarzinom

Caelyx wird in einer Dosis von 50 mg/m² einmal alle 4 Wochen intravenös verabreicht, solange die Krankheit nicht fortschreitet und die Patientin die Behandlung toleriert.

Multiples Myelom

Caelyx wird in einer Dosis von 30 mg/m2 an Tag 4 des dreiwöchigen Bortezomib- Behandlungsschemas als einstündige Infusion unmittelbar nach der Bortezomib-Infusion appliziert. Das Bortezomib-Behandlungsschema besteht aus der Gabe von 1,3 mg/m2 alle drei Wochen an den Tagen 1, 4, 8 und 11. Die Dosis sollte beibehalten werden, solange die Patienten zufriedenstellend ansprechen und die Behandlung vertragen. Die für Tag 4 vorgesehene Anwendung beider Arzneimittel kann je nach medizinischer Notwendigkeit um bis zu 48 Stunden hinausgeschoben werden. Zwischen den Anwendungen von Bortezomib sollten mindestens 72 Stunden liegen.

AIDS-assoziiertes Kaposi-Sarkom

Caelyx wird als intravenöse Infusion in einer Dosis von 20 mg/m² Doxorubicin-Hydrochlorid alle zwei bis drei Wochen verabreicht. Kürzere Intervalle als 10 Tage sind zu vermeiden, da eine Akkumulation des Arzneimittels und eine erhöhte Toxizität nicht ausgeschlossen werden können. Um einen therapeutischen Erfolg zu erreichen, wird eine Behandlung über zwei bis drei Monate empfohlen. Die Behandlung ist so lange fortzusetzen, wie es zur Aufrechterhaltung des therapeutischen Erfolges erforderlich ist.

Für alle Patienten

Treten bei dem Patienten frühe Symptome oder Anzeichen an Reaktionen auf die Infusion auf (siehe Abschnitt 4.4 und 4.8), so ist die Infusion sofort abzubrechen, entsprechende Prämedikationen zu verabreichen (Antihistaminika und/oder Kurzzeit-Corticoide) und mit einer verlangsamten Rate fortzufahren.

Richtlinien für die Caelyx-Dosismodifikation

Um Nebenwirkungen wie palmar-plantare Erythrodysästhesie (PPE), Stomatitis oder hämatologische Toxizität zu kontrollieren, kann die Dosis reduziert oder verzögert werden. Richtlinien zur Dosismodifikation von Caelyx als Folge dieser Nebenwirkungen sind in der Tabelle unten aufgeführt. Der Toxizitätsgrad in diesen Tabellen basiert auf den allgemeinen Toxizitätskriterien des National Cancer Institute (NCI-CTC).

Die Tabellen für PPE (Tabelle 1) und Stomatitis (Tabelle 2) enthalten die Anleitung, die zur Dosismodifikation in klinischen Studien zur Behandlung des Mammakarzinoms oder des Ovarialkarzinoms verwendet wurde (Modifikation des empfohlenen 4wöchigen Behandlungszyklus): Treten diese Toxizitäten bei Patienten mit AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom auf, so kann der empfohlene 2- bis 3wöchige Behandlungszyklus entsprechend modifiziert werden.

Die Tabelle zur hämatologischen Toxizität (Tabelle 3) zeigt die Anleitung, die nur zur Dosismodifikation in klinischen Studien zur Behandlung von Patientinnen mit Mammakarzinom oder Ovarialkarzinom verwendet wurde. Die Dosismodifikation bei Patienten mit AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom wird unter Abschnitt 4.8 beschrieben.

Tabelle 1. Palmar-Plantare Erythrodysästhesie

 

Woche nach vorhergehender Caelyx-Dosis

Toxizitätsgrad nach

Woche 4

Woche 5

Woche 6

gegenwärtiger

 

 

 

Einschätzung

 

 

 

Grad 1

Unveränderte Dosis,

Unveränderte Dosis,

Dosis um 25 %

(leichtes Erythem,

außer

außer

reduzieren;

Schwellung oder

bei dem Patienten ist

bei dem Patienten ist

zu 4wöchigem

Hautschuppung, die

eine vorherige

eine vorherige

Intervall

tägliche Aktivitäten

Grad 3 oder 4 Haut-

Grad 3 oder 4 Haut-

zurückkehren

nicht beeinträchtigen)

toxizität aufgetreten,

toxizität aufgetreten,

 

 

in diesem Fall ist

in diesem Fall ist

 

 

eine weitere Woche

eine weitere Woche

 

 

zu warten

zu warten

 

Grad 2

Eine zusätzliche

Eine zusätzliche

Dosis um 25 %

(Erythem,

Woche abwarten

Woche abwarten

reduzieren;

Hautschuppung oder

 

 

zu 4wöchigem

Schwellung, die

 

 

Intervall

normale körperliche

 

 

zurückkehren

Aktivitäten

 

 

 

beeinträchtigen,

 

 

 

jedoch nicht

 

 

 

ausschließen; kleine

 

 

 

Blasen oder

 

 

 

Ulzerationen mit

 

 

 

einem Durchmesser

 

 

 

von weniger als 2 cm)

 

 

 

Grad 3

Eine zusätzliche

Eine zusätzliche

Therapieabbruch

(Blasenbildung,

Woche abwarten

Woche abwarten

 

Ulzeration oder

 

 

 

Schwellung, die

 

 

 

Gehen oder normale

 

 

 

tägliche Aktivitäten

 

 

 

beeinträchtigen;

 

 

 

Tragen von normaler

 

 

 

Kleidung ist nicht

 

 

 

möglich)

 

 

 

Grad 4

Eine zusätzliche

Eine zusätzliche

Therapieabbruch

(diffuse oder lokale

Woche abwarten

Woche abwarten

 

Prozesse, die zu

 

 

 

infektiösen

 

 

 

Komplikationen,

 

 

 

bettlägerigem Zustand

 

 

 

oder Hospitalisierung

 

 

 

führen)

 

 

 

Tabelle 2. Stomatitis

 

Woche nach vorhergehender Caelyx-Dosis

Toxizitätsgrad nach

Woche 4

Woche 5

Woche 6

gegenwärtiger

 

 

 

Einschätzung

 

 

 

Grad 1

Unveränderte Dosis,

Unveränderte Dosis,

Dosis um 25 %

(schmerzloses

außer

außer

reduzieren;

Geschwür, Erythem

bei dem Patienten ist

bei dem Patienten ist

zu 4wöchigem

oder leichtes

eine vorherige

eine vorherige

Intervall

Wundsein)

Grad 3 oder 4

Grad 3 oder 4

zurückkehren oder

 

Stomatitis

Stomatitis

Therapieabbruch

 

aufgetreten; in

aufgetreten; in

gemäß ärztlichem

 

diesem Fall ist eine

diesem Fall ist eine

Rat

 

weitere Woche zu

weitere Woche zu

 

 

warten

warten

 

Grad 2

Eine zusätzliche

Eine zusätzliche

Dosis um 25 %

(schmerzhaftes

Woche abwarten

Woche abwarten

reduzieren;

Erythem, Ödem oder

 

 

zu 4wöchigem

Geschwüre; kann

 

 

Intervall

essen)

 

 

zurückkehren oder

 

 

 

Therapieabbruch

 

 

 

gemäß ärztlichem

 

 

 

Rat

Grad 3

Eine zusätzliche

Eine zusätzliche

Therapieabbruch

(schmerzhaftes

Woche abwarten

Woche abwarten

 

Erythem, Ödem oder

 

 

 

Geschwüre; kann

 

 

 

nicht essen)

 

 

 

Grad 4

Eine zusätzliche

Eine zusätzliche

Therapieabbruch

(parenterale oder

Woche abwarten

Woche abwarten

 

enterale Unterstützung

 

 

 

erforderlich)

 

 

 

Tabelle 3. Hämatologische Toxizität (absolute Neutrophilenzahl oder Thrombozyten) – Kontrolle von Patientinnen mit Mammakarzinom oder Ovarialkarzinom

GRAD

NEUTROPHILE

THROMBOZY-

MODIFIKATION

 

 

TEN

 

Grad 1

1.500 – 1.900

75.000 – 150.000

Behandlung ohne Dosisreduktion

 

 

 

wieder aufnehmen.

Grad 2

1.000 – < 1.500

50.000 – < 75.000

Warten, bis die Neutrophilenzahl

 

 

 

1.500 und die Thrombozytenzahl

 

 

 

75.000; Wiederaufnahme ohne

 

 

 

Dosisreduktion.

Grad 3

500 – < 1.000

25.000 – < 50.000

Warten, bis die Neutrophilenzahl

 

 

 

1.500 und die Thrombozytenzahl

 

 

 

75.000; Wiederaufnahme ohne

 

 

 

Dosisreduktion.

Grad 4

< 500

< 25.000

Warten, bis die Neutrophilenzahl

 

 

 

1.500 und die Thrombozytenzahl

 

 

 

75.000; Dosis um 25 % reduzieren

 

 

 

oder mit voller Dosis mit

 

 

 

Wachstumsfaktor-Unterstützung

 

 

 

fortfahren.

Für mit Caelyx in Kombination mit Bortezomib behandelte Patienten mit multiplem Myelom, bei welchen eine PPE oder Stomatitis auftritt, sollte die Dosierung von Caelyx wie in den Tabellen 1 bzw. 2 beschrieben modifiziert werden. Tabelle 4 zeigt das für andere Dosismodifikationen in der klinischen Studie befolgte Schema bei der Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom, die mit der Kombinationstherapie mit Caelyx und Bortezomib behandelt wurden. Für genauere Informationen bezüglich Dosierung und Dosismodifikation von Bortezomib ist die Fachinformation von Bortezomib zu beachten.

Tabelle 4. Dosisanpassung für die Kombinationsbehandlung mit Caelyx und Bortezomib

– Patienten mit multiplem Myelom

Zustand des Patienten

Caelyx

Bortezomib

Fieber ≥ 38C und

Im aktuellen Zyklus nicht

Reduktion der nächsten Dosis

Neutrophilenzahl < 1.000/mm3

anwenden, bei Auftreten

um 25 %.

 

dieser Werte vor Tag 4; bei

 

 

Auftreten nach Tag 4

 

 

Reduktion der nächsten Dosis

 

 

um 25 %.

 

An einem beliebigen Tag der

Im aktuellen Zyklus nicht

Nicht anwenden; falls 2 oder

Anwendung nach Tag 1 jedes

anwenden, bei Auftreten vor

mehr Dosen in einem Zyklus

Zyklus:

Tag 4; bei Auftreten nach

nicht gegeben werden,

Thrombozytenzahl

Tag 4 Reduktion der Dosis um

Reduktion der Dosis um

< 25.000/mm3

25 % in den folgenden Zyklen,

25 % in den folgenden

Hämoglobin < 8 g/dl

falls Bortezomib wegen

Zyklen.

Neutrophilenzahl < 500/mm3

hämatologischer Toxizität

 

 

reduziert wird.*

 

Nicht-hämatologische

Nicht anwenden vor Rückgang

Nicht anwenden vor

Toxizität Grad 3 oder 4, die

auf Grad < 2 und anschließend

Rückgang auf Grad < 2 und

mit dem Arzneimittel in

Reduktion der Dosis um 25 %

anschließend Reduktion der

Verbindung steht

für alle nachfolgenden

Dosis um 25 % für alle

 

Anwendungen.

nachfolgenden

 

 

Anwendungen.

Neuropathische Schmerzen

Keine Dosismodifikation.

Siehe Fachinformation für

oder periphere Neuropathie

 

Bortezomib.

* Für genauere Informationen zur Dosierung und Dosismodifikation von Bortezomib siehe auch Fachinformation von Bortezomib

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Die pharmakokinetischen Daten von Caelyx, die an einer kleinen Zahl von Patienten mit erhöhtem Gesamtbilirubin erhoben worden sind, unterscheiden sich nicht von den Werten bei Patienten mit normalen Gesamtbilirubinwerten. Jedoch sollte, bis weitere Erfahrungen vorliegen, die Caelyx-Dosis bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen, basierend auf den Erfahrungen aus den klinischen Studien zum Mammakarzinom und Ovarialkarzinom wie folgt reduziert werden: Zu Beginn der Therapie wird die erste Dosis um 25 % reduziert, wenn der Bilirubinwert zwischen 1,2 und 3,0 mg/dl liegt. Ist der Bilirubinwert > 3,0 mg/dl, wird die erste Dosis um 50 % reduziert. Toleriert der Patient die erste Dosis ohne eine Erhöhung des Serum-Bilirubinspiegels oder der Leberenzyme, so kann die Dosis für den Zyklus 2 auf die nächste Dosisstufe erhöht werden, d.h. wurde die erste Dosis um 25 % reduziert, Erhöhung auf die volle Dosis im Zyklus 2, wurde die erste Dosis um 50 % reduziert, Erhöhung

auf 75 % der vollen Dosis im Zyklus 2. Die Dosis kann auf die volle Dosis in den nachfolgenden Zyklen erhöht werden, sofern dies toleriert wird. Caelyx kann bei Patienten mit Lebermetastasen mit gleichzeitiger Erhöhung von Bilirubin und der Leberenzyme bis zum 4fachen des oberen Grenzwertes der Normwerte angewendet werden. Die Leberfunktion ist vor der Verabreichung von Caelyx mit üblichen klinischen Labortests, wie z.B. Bestimmung der ALT/AST (GPT/GOT), alkalischen Phosphatase und Bilirubin, zu ermitteln.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Da Doxorubicin in der Leber metabolisiert und mit der Galle ausgeschieden wird, sollte keine Dosierungsanpassung erforderlich sein. Populationspharmakokinetische Daten (bei denen die Kreatininclearance im Bereich von 30 – 156 ml/min lag) zeigen, dass die Caelyx-Clearance nicht durch die Nierenfunktion beeinflusst wird. Es liegen keine pharmakokinetischen Daten an Patienten mit einer Kreatininclearance von kleiner als 30 ml/min vor.

AIDS-assoziierte KS-Patienten mit Splenektomie

Da keine Erfahrungen mit Caelyx bei Patienten, die eine Splenektomie hatten, vorliegen, wird eine Behandlung mit Caelyx nicht empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Die Erfahrung bei Kindern ist begrenzt. Eine Behandlung mit Caelyx wird bei Patienten unter 18 Jahren nicht empfohlen.

Ältere Patienten

Eine Bevölkerungsanalyse zeigt, dass ein Alter außerhalb der getesteten Grenzen (21 – 75 Jahre) die Pharmakokinetik von Caelyx nicht signifikant verändert.

Art der Anwendung

Caelyx wird als intravenöse Infusion angewendet. Für weitere Hinweise zur Zubereitung und besondere Vorsichtsmaßnahmen zur Handhabung siehe Abschnitt 6.6.

Caelyx darf niemals als Bolusinjektion oder als unverdünnte Lösung verabreicht werden. Es wird empfohlen, die Caelyx-Infusionsleitung über einen Seitenanschluss an eine intravenöse Infusionsleitung mit 5%iger (50 mg/ml) Glucoselösung anzuschließen, um eine weitere Verdünnung zu erzielen und um das Risiko einer Thrombose und einer Extravasation auf ein Mindestmaß herabzusetzen. Die Infusion kann über eine periphere Vene verabreicht werden. Keine Inline- Sterilfilter verwenden. Caelyx darf nicht intramuskulär oder subkutan verabreicht werden (siehe Abschnitt 6.6).

Für Dosen < 90 mg: Caelyx in 250 ml 5%iger (50 mg/ml) Glucoselösung zur Infusion verdünnen. Für Dosen 90 mg: Caelyx in 500 ml 5%iger (50 mg/ml) Glucoselösung zur Infusion verdünnen.

Mammakarzinom/Ovarialkarzinom/Multiples Myelom

Um das Risiko für Infusionsreaktionen zu minimieren, wird die Initialdosis mit einer Rate, die nicht größer ist als 1 mg/Minute, verabreicht. Tritt keine Infusionsreaktion auf, so können nachfolgende Caelyx-Infusionen in einem Zeitraum von 60 Minuten verabreicht werden.

Bei Patienten, die eine Infusionsreaktion zeigen, ist die Gabe der Infusion wie folgt zu modifizieren: Innerhalb der ersten 15 Minuten sind langsam 5% der Gesamtdosis zu infundieren. Tritt keine Infusionsreaktion auf, kann die Infusionsrate für die folgenden 15 Minuten verdoppelt werden. Tritt erneut keine Reaktion auf, kann die Infusion innerhalb der nächsten Stunde beendet werden, so dass die Gesamt-Infusionszeit 90 Minuten beträgt.

AIDS-assoziiertes KS

Die Caelyx-Dosis wird mit 250 ml 5%iger (50 mg/ml) Glucose-Infusionslösung verdünnt und intravenös über einen Zeitraum von 30 Minuten infundiert.

4.3Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Caelyx darf nicht bei AIDS-KS-Patienten angewendet werden, die erfolgreich mit lokaler Therapie oder systemischer -Interferon-Therapie behandelt werden können.

4.4Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Aufgrund der Unterschiede im pharmakokinetischen Profil und in den Dosierungsschemata soll Caelyx nicht gegen andere Formulierungen mit Doxorubicin-Hydrochlorid ausgetauscht werden.

Kardiale Toxizität

Es wird empfohlen, dass bei allen Patienten, die Caelyx verabreicht bekommen, häufig routinemäßige EKG-Kontrollen durchgeführt werden. Transitorische EKG-Veränderungen, wie beispielsweise Abflachung der T-Kurve, S-T-Segment-Depression und benigne Arrhythmien sollten nicht zwingend Anlass zur Unterbrechung einer Caelyx-Therapie sein. Eine Reduktion des QRS-Komplexes wird jedoch als Anzeichen einer Kardiotoxizität gewertet. Wenn diese Veränderung auftritt, muss die Durchführung des aussagekräftigsten Tests einer Anthrazyklin-induzierten Myokard-Schädigung, die Endomyokard-Biopsie, in Erwägung gezogen werden.

Spezifischere Methoden als die EKG-Messung zur Evaluierung und Überwachung der Herzfunktion sind die Messung der linksventrikulären Auswurffraktion durch Echokardiographie oder vorzugsweise durch die quantitative Radionuklidventrikulographie/Herzbinnenraumszintigraphie (MUGA). Diese Methoden müssen routinemäßig vor Therapiebeginn mit Caelyx angewendet und regelmäßig während der Behandlung wiederholt werden. Die Bewertung der linksventrikulären Funktion ist vor jeder weiteren Verabreichung von Caelyx zwingend vorgeschrieben, sobald ein Patient eine über die Lebenszeit kumulative Dosis Anthrazyklin von 450 mg/m² überschreitet.

Die oben genannten Tests und Methoden zur Kontrolle der Herzfunktion während einer Therapie mit einem Anthrazyklin, wie Doxorubicin-HCl, sollten in der folgenden Reihenfolge angewendet werden: EKG-Kontrolle, Messung der linksventrikulären Auswurffraktion, Endomyokard-Biopsie.

Falls ein Testergebnis eine - möglicherweise mit der Caelyx-Therapie zusammenhängende - Herzschädigung anzeigt, muss der Nutzen einer Weiterführung der Behandlung sorgfältig gegen das Risiko einer Myokard-Schädigung abgewogen werden.

Patienten mit behandlungsbedürftigen kardiovaskulären Erkrankungen dürfen Caelyx nur erhalten, wenn der Nutzen für den Patienten gegenüber dem Risiko überwiegt.

Vorsicht ist bei Patienten mit Herzfunktionsstörungen geboten, die Caelyx erhalten.

Bei Verdacht auf Kardiomyopathie, d.h., wenn die linksventrikuläre Auswurffraktion relativ im Vergleich zu den Werten vor der Behandlung abgefallen ist und/oder die linksventrikuläre Auswurffraktion niedriger ist als ein prognostisch relevanter Wert (z.B. < 45 %), sollte eine Endomyokard-Biopsie erwogen und der Vorteil einer Weiterführung der Behandlung sorgfältig mit dem Risiko der Entwicklung einer irreversiblen Herzschädigung abgewogen werden.

Eine Herzinsuffizienz aufgrund einer Kardiomyopathie kann plötzlich, ohne vorherige EKG- Veränderungen, und auch einige Wochen nach Abschluss der Therapie auftreten.

Vorsicht ist bei Patienten geboten, die andere Anthrazykline erhalten haben. Bei der Ermittlung der Gesamtdosis von Doxorubicin-HCl muss auch jegliche frühere (oder begleitende) Therapie mit kardiotoxischen Verbindungen, wie z.B. anderen Anthrazyklinen/Anthrachinonen oder 5-Fluorouracil in Betracht gezogen werden. Eine kardiale Toxizität kann auch bei kumulativen Anthrazyklin-Dosen unter 450 mg/m² bei Patienten mit früherer mediastinaler Bestrahlung oder bei Patienten mit gleichzeitiger Cyclophosphamid-Therapie auftreten.

Das kardiale Verträglichkeitsprofil für das sowohl beim Mammakarzinom als auch beim Ovarialkarzinom empfohlene Dosierungsschema (50 mg/m2 ) ähnelt dem Profil bei 20 mg/m2 bei Patienten mit AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom (siehe Abschnitt 4.8).

Myelosuppression

Bei vielen mit Caelyx behandelten Patienten besteht bereits eine Myelosuppression aufgrund ihrer HIV-Krankheit, umfangreicher Begleitmedikation, früherer Medikation oder aufgrund von Tumoren, die das Knochenmark betreffen. In der Pivotal-Studie an Patientinnen mit Ovarialkarzinom, die Dosen von 50 mg/m² erhielten, war die Myelosuppression im Allgemeinen leicht bis mäßig ausgeprägt, reversibel und war nicht mit Episoden an neutropenischen Infektionen oder Sepsis assoziiert. Darüber hinaus war die Häufigkeit einer therapieinduzierten Sepsis, in einer kontrollierten, klinischen Studie mit Caelyx vs. Topotecan, bei den mit Caelyx behandelten Patientinnen mit Ovarialkarzinom wesentlich geringer, als bei der mit Topotecan behandelten Gruppe. Eine ähnlich niedrige Häufigkeit an Myelosuppression wurde bei Patientinnen mit metastasierendem Mammakarzinom beobachtet, die Caelyx in einer klinischen Studie zur First-line-Therapie erhielten. Im Gegensatz zu den Erfahrungen bei Patientinnen mit Mammakarzinom oder Ovarialkarzinom scheint Myelosuppression bei Patienten mit AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom die dosislimitierende Nebenwirkung zu sein (siehe

Abschnitt 4.8). Aufgrund der Möglichkeit einer Knochenmarkssuppression muss eine periodische Überwachung des Blutbildes während der Behandlung mit Caelyx durchgeführt werden. Diese sollte jedoch mindestens vor jeder Dosisverabreichung von Caelyx durchgeführt werden.

Eine anhaltende schwere Myelosuppression kann zu einer Superinfektion oder Hämorrhagie führen.

In kontrollierten, klinischen Studien bei Patienten mit AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom, in denen gegen ein Behandlungsschema mit Bleomycin/Vincristin verglichen wurde, traten unter Behandlung mit Caelyx opportunistische Infektionen häufiger auf. Patienten und Ärzte müssen von dieser höheren Inzidenz wissen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen.

Sekundäre hämatologische Malignome

Wie bei anderen DNA-schädigenden, antineoplastischen Substanzen auch, wurde nach Erhalt einer Kombinationstherapie mit Doxorubicin, über das Auftreten einer sekundären, akuten myeloischen Leukämie und Myelodysplasien bei Patienten berichtet. Daher sollte jeder Patient, der mit Doxorubicin behandelt wird, unter hämatologischer Aufsicht stehen.

Sekundäre orale Neoplasien

Bei Patienten mit einer Caelyx-Langzeit-Exposition (länger als ein Jahr) oder die eine Caelyx- Gesamtdosis von mehr als 720 mg/m2 erhielten wurden sehr seltene Fälle von sekundärem Mundhöhlenkarzinom berichtet. Fälle von sekundärem Mundhöhlenkarzinom wurden sowohl während der Behandlung mit Caelyx als auch bis zu 6 Jahre nach Erhalt der letzten Dosis diagnostiziert. Patienten müssen in regelmäßigen Intervallen auf orale Ulzerationen oder andere orale Beschwerden, die auf ein sekundäres Mundhöhlenkarzinom hinweisen könnten, untersucht werden.

Mit der Infusion einhergehende Reaktionen

Schwerwiegende und manchmal lebensbedrohliche, mit der Infusion einhergehende Reaktionen können innerhalb einiger Minuten nach Beginn der Caelyx-Infusion auftreten. Diese sind charakterisiert durch allergieartige oder anaphylaktoide Reaktionen, einschließlich Symptomen wie Asthma, Hautrötung, urtikariaartiger Hautausschlag, Schmerzen im Brustkorb, Fieber, Hypertonie, Tachykardie, Pruritus, Schwitzen, Kurzatmigkeit, Gesichtsödeme, Schüttelfrost, Rückenschmerzen, Engegefühl im Brustkorb oder im Hals und/oder Hypotonie. Sehr selten wurden auch Krampfanfälle in Zusammenhang mit infusionsbedingten Reaktionen beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Eine vorübergehende Unterbrechung der Infusion behebt meist ohne eine zusätzliche Therapie diese Symptome. Jedoch sollten zur Behandlung dieser Symptome Arzneimittel (wie Antihistamine, Corticosteroide, Adrenalin und Antikonvulsiva) sowie eine Notfallausrüstung für einen sofortigen Gebrauch zur Verfügung stehen. Nachdem alle Symptome behoben sind, kann bei den meisten Patienten die Behandlung ohne ein erneutes Wiederauftreten fortgesetzt werden. Mit der Infusion einhergehende Reaktionen treten nach dem ersten Behandlungszyklus selten wieder auf. Um das Risiko für mit der Infusion einhergehende Reaktionen zu minimieren, sollte die Anfangsdosis mit einer Rate verabreicht werden, die nicht höher als 1 mg/Minute ist (siehe Abschnitt 4.2).

Diabetiker

Es muss beachtet werden, dass jede Durchstechflasche Caelyx Saccharose enthält und dass Caelyx mit einer 5 %igen (50 mg/ml) Glucose-Infusionslösung verabreicht wird.

Für häufige Nebenwirkungen, die eine Modifikation der Dosis oder Unterbrechung der Behandlung notwendig machen siehe Abschnitt 4.8.

4.5Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Formale Wechselwirkungsstudien mit Caelyx wurden nicht durchgeführt, obwohl Phase-II- Kombinationsstudien mit konventionellen, chemotherapeutischen Arzneimitteln bei Patientinnen mit gynäkologischen, bösartigen Erkrankungen durchgeführt wurden. Bei der gleichzeitigen Anwendung von Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie mit Standard-Doxorubicin-HCl Wechselwirkungen zeigen, ist Vorsicht geboten. Caelyx kann unter Umständen, wie andere Doxorubicin-HCl-Präparate, die Toxizität anderer zytostatischer Therapien vergrößern. Während klinischer Studien an Patienten mit soliden Tumoren (einschließlich Mamma- und Ovarialkarzinom), die begleitend Cyclophosphamid oder Taxane erhalten haben, wurden keine zusätzlichen Toxizitäten beobachtet. Bei Patienten mit AIDS wurde über Verschlimmerung der Cyclophosphamid-induzierten hämorrhagischen Zystitis und Verstärkung der Hepatotoxizität von 6-Mercaptopurin bei Standard- Doxorubicin-HCl berichtet.. Bei gleichzeitiger Verabreichung anderer Zytostatika, insbesondere bei myelotoxischen Substanzen, ist Vorsicht geboten.

4.6Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Von Doxorubicin-Hydrochlorid wird angenommen, dass es, wenn es während der Schwangerschaft angewendet wird, schwere konnatale Defekte verursachen kann. Daher darf Caelyx nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter muss geraten werden, eine Schwangerschaft so lange zu vermeiden, wie sie oder ihr männlicher Partner Caelyx erhalten und darüber hinaus bis zu sechs Monate nach Abschluss der Caelyx-Therapie (siehe Abschnitt 5.3).

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Caelyx in die Muttermilch übergeht. Mütter müssen vor Beginn der Behandlung das Stillen einstellen, da viele Arzneimittel, einschließlich Anthrazykline, in die Muttermilch übergehen und auf Grund des Potentials schwerwiegender Nebenwirkungen durch Caelyx für gestillte Kinder. Gesundheitsexperten empfehlen HIV-infizierten Frauen, ihre Säuglinge auf keinen Fall zu stillen, um eine HIV-Übertragung zu vermeiden.

Fertilität

Der Einfluss von Doxorubicin-Hydrochlorid auf die Fertilität beim Menschen wurde nicht untersucht (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Caelyx hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Jedoch wurde in bisherigen klinischen Studien selten

(< 5 %) Schwindelgefühl und Schläfrigkeit im Zusammenhang mit der Verabreichung von Caelyx beobachtet. Patienten, die an diesen Nebenwirkungen leiden, dürfen nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen und keine Maschinen bedienen.

4.8Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten aufgetretene Nebenwirkung, die in klinischen Studien zum Mammakarzinom bzw. Ovarialkarzinom (50 mg/m2 einmal alle 4 Wochen) berichtet wurde, war die palmar-plantare Erythrodysästhesie (PPE). Insgesamt wurde über PPE in 44,0 % - 46,1 % der Fälle berichtet. Die Ausprägung war meist mild, über schwerwiegende Fälle (Grad 3) wurde in 17 % - 19,5 % berichtet. Die Inzidenz lebensbedrohlicher Ausprägungen (Grad 4) wurde mit < 1 % berichtet. Gelegentlich führte die PPE zu dauerhaftem Therapieabbruch (3,7 % - 7,0 %). Die PPE ist charakterisiert durch schmerzhafte, gerötete makulare Hauteruptionen. Wird bei Patienten diese Nebenwirkung beobachtet, tritt sie in der Regel nach zwei oder drei Behandlungszyklen auf. Eine Besserung erfolgt in der Regel innerhalb von 1-2 Wochen; in einigen Fällen kann es bis zu 4 Wochen oder länger bis zur völligen Rückbildung dauern. Pyridoxin in einer Dosis von 50 - 150 mg pro Tag und Corticosteroide wurden zur Prophylaxe und Behandlung der PPE eingesetzt, jedoch wurden diese Therapien nicht in Phase- III-Studien evaluiert. Andere Möglichkeiten, eine PPE zu verhindern oder zu behandeln, umfassen das Kühlhalten von Händen und Füßen durch Eintauchen in kaltes Wasser (Duschen, Bäder oder Schwimmen), die Vermeidung von intensiver Hitze und heißem Wasser und das Unbedeckthalten von Händen und Füßen (keine Socken, Handschuhe oder enganliegende Schuhe). Die PPE scheint primär vom Dosierungsschema abzuhängen und kann vermindert werden durch die Verlängerung des Dosierungsintervalls um 1 - 2 Wochen (siehe Abschnitt 4.2). Jedoch kann die Hautreaktion schwerwiegend und schwächend für einige Patienten sein und zu einem Abbruch der Therapie führen. Stomatitis/Mukositis und Übelkeit wurden ebenfalls häufig bei Patientinnen mit Mamma- oder Ovarialkarzinom berichtet, während beim AIDS-KS-Programm (20 mg/m2 alle 2 Wochen) die Myelosuppression (hauptsächlich Leukopenie) die häufigste Nebenwirkung war (siehe AIDS-KS). Eine PPE wurde bei 16 % der Patienten mit multiplem Myelom beobachtet, die mit einer Kombinationstherapie von Caelyx und Bortezomib behandelt wurden. Eine PPE 3. Grades trat bei

5 % der Patienten auf. Eine PPE 4. Grades wurde nicht beobachtet. Die am häufigsten auftretenden (mit den Arzneimitteln in Zusammenhang stehenden) Nebenwirkungen in der Kombinationstherapie (Caelyx und Bortezomib) waren Übelkeit (40 %), Diarrhö (35 %), Neutropenie (33 %), Thrombozytopenie (29 %), Erbrechen (28 %), Müdigkeit (27 %) und Obstipation (22 %).

Mammakarzinom-Programm

509 Patientinnen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom, die bislang keine Chemotherapie für die metastasierte Erkrankung erhalten hatten, wurden in einer Phase-III-Studie (I97 - 328) mit Caelyx (n=254) mit einer Dosis von 50 mg/m2 alle 4 Wochen oder mit Doxorubicin (n=255) mit einer Dosis von 60 mg/m2 alle 3 Wochen behandelt. Die folgenden am häufigsten berichteten Nebenwirkungen traten häufiger unter Doxorubicin als unter Caelyx auf: Übelkeit (53 % vs. 37 %; Grad 3/4 5 % vs. 3 %), Erbrechen (31 % vs. 19 %; Grad 3/4 4 % vs. weniger als 1 %), jegliche Alopezie (66 % vs.

20 %), vorhersehbare Alopezie (54 % vs. 7 %) und Neutropenie (10 % vs. 4 %; Grad 3/4 8 % vs. 2 %).

Über Mucositis (23 % vs. 13 %; Grad 3/4 4 % vs. 2 %) und Stomatitis (22 % vs. 15 %; Grad 3/4 5 % vs. 2 %) wurde häufiger bei Caelyx als bei Doxorubicin berichtet. Die durchschnittliche Dauer der meisten schwerwiegenden Nebenwirkungen (Grad 3/4) für beide Gruppen betrug 30 Tage oder weniger. Bezüglich der kompletten Auflistung der Nebenwirkungen, über die bei mit Caelyx behandelten Patientinnen berichtet wurde, siehe Tabelle 5.

Die Häufigkeit von lebensbedrohlichen (Grad 4), hämatologischen Nebenwirkungen lag bei < 1,0 % und Sepsis wurde bei 1 % der Patientinnen berichtet. Wachstumsfaktorgabe oder Transfusionen waren selten (bei 5,1 % bzw. 5,5 % der Patientinnen) erforderlich (siehe Abschnitt 4.2).

Klinisch signifikante abweichende Laborwerte (Grad 3 und 4) waren in dieser Gruppe, mit einer berichteten Erhöhung des Gesamtbilirubins, der AST und ALT bei jeweils 2,4 %, 1,6 % und < 1 % der Patientinnen, gering. Es wurde über keine klinisch signifikanten Erhöhungen des Serum- Kreatinins berichtet.

Tabelle 5. Mit der Behandlung in Zusammenhang stehende Nebenwirkungen, über die in klinischen Studien zum Mammakarzinom berichtet wurde (mit Caelyx behandelte Patientinnen, 50 mg/m2 alle 4 Wochen) nach Schweregrad, Systemorganklassen gemäß MedDRA und Preferred Term

Sehr häufig ( 1/10); Häufig ( 1/100, < 1/10); Gelegentlich ( 1/1.000, < 1/100)

CIOMS III

Nebenwirkung nach

Mammakarzinom

Mammakarzinom

Mammakarzinom

Körperorgansystem

Alle Schweregrade

n=404

 

n=254

n=254

(1-5%)

 

(≥5%)

(≥5%)

In klinischen Studien

 

 

 

vorher nicht berichtet

Infektionen und

 

 

 

parasitäre

 

 

 

Erkrankungen

 

 

 

Häufig

Pharyngitis

 

Follikulitis,

 

 

 

Pilzinfektion,

 

 

 

Fieberbläschen (nicht

 

 

 

herpetisch), Infektion

 

 

 

des oberen Atemtrakts

Gelegentlich

 

Pharyngitis

 

Erkrankungen des

 

 

 

Blutes und des

 

 

 

Lymphsystems

 

 

 

Häufig

Leukopenie,

Leukopenie,

Thrombozytopenie

 

Anämie,

Anämie,

 

 

Neutropenie,

 

 

 

Thrombozytopenie

 

 

Gelegentlich

 

Neutropenie

 

Stoffwechsel- und

 

 

 

Ernährungsstörungen

 

 

 

Sehr häufig

Anorexie

 

 

Häufig

 

Anorexie

 

Erkrankungen des

 

 

 

Nervensystems

 

 

 

Häufig

Parästhesie

Parästhesie

Periphere Neuropathie

Gelegentlich

Somnolenz

 

 

Augenerkrankungen

 

 

 

Häufig

 

 

Tränenfluss,

 

 

 

verschwommenes Sehen

Herzerkrankungen

 

 

 

Häufig

 

 

Ventrikuläre

 

 

 

Arrhythmien

Erkrankungen der

 

 

 

Atemwege, des

 

 

 

Brustraums und

 

 

 

Mediastinums

 

 

 

Häufig

 

 

Epistaxis

Erkrankungen des

 

 

 

Gastrointestinaltrakts

 

 

 

Sehr häufig

Übelkeit, Stomatitis,

 

 

 

Erbrechen

 

 

Häufig

Abdominalschmerzen,

Abdominalschmerzen,

Orale Schmerzen

 

Obstipation, Diarrhö,

Diarrhö, Übelkeit,

 

 

Dyspepsie, Mundulzera

Stomatitis

 

Gelegentlich

 

Mundulzera,

 

 

 

Obstipation, Erbrechen

 

Erkrankungen der

 

 

 

Haut und des

 

 

 

Unterhautzellgewebes

 

 

 

Sehr häufig

PPE*, Alopezie,

PPE*

 

 

Hautausschlag

 

 

Häufig

Hauttrockenheit,

Hautausschlag

Blasenausschlag,

 

Hautverfärbungen,

 

Dermatitis,

 

Pigmentstörung,

 

erythematöser

 

Erythem

 

Hautausschlag, Störung

 

 

 

des Nagels,

 

 

 

Hautabschuppung

Gelegentlich

 

Pigmentstörung,

 

 

 

Erythem

 

Skelettmuskulatur-,

 

 

 

Bindegewebs- und

 

 

 

Knochenerkrankungen

 

 

 

Häufig

 

 

Beinkrämpfe, Knochen-

 

 

 

schmerzen, Skelett-/

 

 

 

Muskelschmerzen

Erkrankungen der

 

 

 

Geschlechtsorgane und

 

 

 

der Brustdrüse

 

 

 

Häufig

 

 

Schmerzen in der Brust

Allgemeine

 

 

 

Erkrankungen und

 

 

 

Beschwerden am

 

 

 

Verabreichungsort

 

 

 

Sehr häufig

Asthenie, Müdigkeit,

 

 

 

Mukositis n.n.spez.

 

 

Häufig

Schwäche, Fieber,

Asthenie, Mukositis

Ödem, Beinödem

 

Schmerzen

n.n.spez.

 

Gelegentlich

 

Müdigkeit, Schwäche,

 

 

 

Schmerzen

 

*Palmar-plantare Erythrodysästhesie (Hand-Fuß Syndrom).

Ovarialkarzinom-Programm

512 Patientinnen mit Ovarialkarzinom (eine Untergruppe von 876 Patienten mit soliden Tumoren) wurden in klinischen Studien mit Caelyx mit einer Dosis von 50 mg/m² behandelt. Siehe Tabelle 6 zu Nebenwirkungen, über die bei mit Caelyx behandelten Patientinnen berichtet wurde.

Tabelle 6. Mit der Behandlung in Zusammenhang stehende Nebenwirkungen, über die in klinischen Studien zum Ovarialkarzinom berichtet wurde (mit Caelyx behandelte Patientinnen, 50 mg/m2 alle 4 Wochen) nach Schweregrad, Systemorganklassen gemäß MedDRA und Preferred Term

Sehr häufig ( 1/10); Häufig ( 1/100, < 1/10); Gelegentlich ( 1/1.000, < 1/100)

CIOMS III

Nebenwirkung nach

Ovarialkarzinom

Ovarialkarzinom

Ovarialkarzinom

Körperorgansystem

Alle Schweregrade

n=512

 

n=512

n=512

(1-5 %)

 

(≥5 %)

(≥ 5%)

 

Infektionen und

 

 

 

parasitäre

 

 

 

Erkrankungen

 

 

 

Häufig

Pharyngitis

 

Infektion,

 

 

 

Mundhöhlensoor,

 

 

 

Herpes zoster,

 

 

 

Harnwegs-infektion

Gelegentlich

 

Pharyngitis

 

Erkrankungen des

 

 

 

Blutes und des

 

 

 

Lymphsystems

 

 

 

Sehr häufig

Leukopenie,

Neutropenie

 

 

Anämie,

 

 

 

Neutropenie,

 

 

 

Thrombozytopenie

 

 

Häufig

 

Leukopenie, Anämie,

Hypochrome Anämie

 

 

Thrombozytopenie

 

Erkrankungen des

 

 

 

Immunsystems

 

 

 

Häufig

 

 

Allergische Reaktion

Stoffwechsel- und

 

 

 

Ernährungsstörungen

 

 

 

Sehr häufig

Anorexie

 

 

Häufig

 

 

Dehydrierung, Kachexie

Gelegentlich

 

Anorexie

 

Psychiatrische

 

 

 

Erkrankungen

 

 

 

Häufig

 

 

Angstgefühl,

 

 

 

Depression,

 

 

 

Schlaflosigkeit

Erkrankungen des

 

 

 

Nervensystems

 

 

 

Häufig

Parästhesie, Somnolenz

 

Kopfschmerzen,

 

 

 

Schwindel, Neuropathie,

 

 

 

Hypertonie

Gelegentlich

 

Parästhesie, Somnolenz

 

Augenerkrankungen

 

 

 

Häufig

 

 

Konjunktivitis

Herzerkrankungen

 

 

 

Häufig

 

 

Herz-Kreislauf-Störung

Gefäßerkrankungen

 

 

 

Häufig

 

 

Vasodilatation

 

 

 

Erkrankungen der

 

 

 

Atemwege, des

 

 

 

Brustraums und

 

 

 

Mediastinums

 

 

 

Häufig

 

 

Dyspnoe, verstärkter

 

 

 

Husten

Erkrankungen des

 

 

 

Gastrointestinaltrakts

 

 

 

Sehr häufig

Obstipation, Diarrhö,

 

 

 

Übelkeit, Stomatitis,

 

 

 

Erbrechen

 

 

Häufig

Abdominalschmerzen,

Übelkeit, Stomatitis,

Mundulzera,

 

Dyspepsie, Mundulzera

Erbrechen, Abdominal-

Oesophagitis, Übelkeit

 

 

schmerzen, Diarrhö

und Erbrechen, Gastritis,

 

 

 

Dysphagie,

 

 

 

Mundtrockenheit,

 

 

 

Flatulenz, Gingivitis,

 

 

 

veränderter Geschmack

Gelegentlich

 

Obstipation, Dyspepsie,

 

 

 

Mundulzera

 

Erkrankungen der

 

 

 

Haut und des

 

 

 

Unterhautzellgewebes

 

 

 

Sehr häufig

PPE*, Alopezie,

PPE*

 

 

Hautausschlag

 

 

Häufig

Hauttrockenheit,

Alopezie, Hautausschlag

vesikulobullöser

 

Hautverfärbungen

 

Hautausschlag, Pruritus,

 

 

 

exfoliative Dermatitis,

 

 

 

Störung der Haut,

 

 

 

makulopapulöser

 

 

 

Hautausschlag,

 

 

 

Schwitzen, Akne,

 

 

 

Hautgeschwür

Skelettmuskulatur-,

 

 

 

Bindegewebs- und

 

 

 

Knochenerkrankungen

 

 

 

Häufig

 

 

Rückenschmerzen,

 

 

 

Myalgie

Erkrankungen der

 

 

 

Niere und Harnwege

 

 

 

Häufig

 

 

Dysurie

Erkrankungen der

 

 

 

Geschlechtsorgane und

 

 

 

der Brustdrüse

 

 

 

Häufig

 

 

Vaginitis

Allgemeine

 

 

 

Erkrankungen und

 

 

 

Beschwerden am

 

 

 

Verabreichungsort

 

 

 

Sehr häufig

Asthenie, Störung der

 

 

 

Schleimhaut

 

 

Häufig

Fieber, Schmerzen

Asthenie, Störung der

Schüttelfrost,

 

 

Schleimhaut, Schmerzen

Brustschmerzen,

 

 

 

Malaise, periphere

 

 

 

Ödeme

Gelegentlich

 

Fieber

 

Untersuchungen

 

 

 

Häufig

 

 

Gewichtsverlust

*Palmar-plantare Erythrodysästhesie (Hand-Fuß Syndrom).

Myelosuppression war meist leicht oder mäßig ausgeprägt und war kontrollierbar. Sepsis aufgrund von Leukopenie wurde gelegentlich beobachtet (< 1 %). Unterstützung durch Wachstumsfaktoren wurde selten ( 5 %) und Unterstützung durch Transfusionen wurde bei ca. 15 % der Patientinnen benötigt (siehe Abschnitt 4.2).

Zu den klinisch bedeutsamen Laborwertabweichungen in einer Untergruppe mit 410 Patientinnen mit Ovarialkarzinom, die in klinischen Studien mit Caelyx auftraten, gehörten die Erhöhung des Gesamtbilirubins (normalerweise bei Patientinnen mit Lebermetastasen) (5 %) und des Serum- Kreatininspiegels (5 %). Über Erhöhungen der AST (GOT) wurde weniger häufig (< 1 %) berichtet.

Patienten mit soliden Tumoren: In einer größeren Kohorte mit 929 Patienten mit soliden Tumoren (einschließlich Mammakarzinom und Ovarialkarzinom), die vornehmlich mit einer Dosis

von 50 mg/m² alle 4 Wochen behandelt wurden, sind das Sicherheitsprofil und die Häufigkeit der Nebenwirkungen mit denen in den Pivotalstudien zu Mamma- und Ovarialkarzinom vergleichbar.

Multiples Myelom Programm

Von 646 Patienten mit multiplem Myelom, die zuvor mindestens eine Therapie erhalten hatten, wurden 318 Patienten in einer klinischen Studie der Phase III mit einer Kombinationstherapie mit Caelyx und Bortezomib oder mit einer Bortezomib Monotherapie behandelt. Caelyx wurde dabei in einer Dosierung von 30 mg/m2 als einstündige intravenöse Infusion an Tag 4 nach Bortezomib verabreicht. Bortezomib wurde mit 1,3 mg/m3 an den Tagen 1, 4, 8, und 11 alle drei Wochen angewendet. Tabelle 7 zeigt die Nebenwirkungen, die bei 5 % der mit der Kombinationstherapie mit Caelyx und Bortezomib behandelten Patienten auftraten.

Neutropenie, Thrombozytopenie und Anämie waren sowohl in der Kombinationstherapie mit Caelyx und Bortezomib als auch in der Bortezomib Monotherapie die am häufigsten berichteten hämatologischen Ereignisse. Die Häufigkeit einer Neutropenie Grad 3 und 4 war in der Kombinationstherapiegruppe höher als in der Monotherapiegruppe (28 vs. 14 %). Die Häufigkeit einer Thrombozytopenie Grad 3 und 4 war in der Kombinationstherapiegruppe höher als in der Monotherapiegruppe (22 vs. 14 %). Die Häufigkeit einer Anämie war in beiden Behandlungsgruppen ähnlich (7 % vs. 5 %).

Eine Stomatitis trat in der Kombinationstherapiegruppe (16 %) häufiger auf als in der Monotherapiegruppe (3 %), der Schweregrad war in den meisten Fällen Grad 2 oder weniger. Eine Stomatitis Grad 3 wurde bei 2 % der Patienten in der Kombinationstherapiegruppe beobachtet. Eine Stomatitis Grad 4 trat nicht auf.

Übelkeit und Erbrechen (hauptsächlich Grad 1 und 2) trat häufiger in der Kombinationstherapiegruppe (40 % und 28 %) als in der Monotherapiegruppe (32 % und 15 %) auf.

Die Behandlung mit einer oder beiden Substanzen wurde bei 38 % der Patienten aufgrund von Nebenwirkungen abgebrochen. Häufige Nebenwirkungen, die zum Abbruch der Behandlung mit Caelyx und Bortezomib führten, umfassten PPE, Neuralgie, periphere Neuropathie, periphere sensorische Neuropathie, Thrombozytopenie, eine verminderte Ejektionsfraktion und Müdigkeit.

Tabelle 7. Mit der Behandlung in Zusammenhang stehende Nebenwirkungen, über die in klinischen Studien zum multiplen Myelom (Caelyx 30 mg/m2 in Kombination mit Bortezomib alle 3 Wochen) berichtet wurde, nach Schweregrad, Systemorganklassen gemäß MedDRA und Preferred Term

Sehr häufig ( 1/10); Häufig ( 1/100, <1/10); Gelegentlich ( 1/1.000, < 1/100)

CIOMS III

Nebenwirkung nach

Alle Schweregrade

Grad 3/4**

Alle Schweregrade

Körperorgansystem

n=318

n=318

n=318

 

(≥ 5%)

(≥ 5 %)

(1-5 %)

Infektionen und

 

 

 

parasitäre

 

 

 

Erkrankungen

 

 

 

Häufig

Herpes simplex, Herpes

Herpes zoster

Pneumonie,

 

zoster

 

Nasopharyngitis,

 

 

 

Infektion der oberen

 

 

 

Atemwege, orale

 

 

 

Candidose

Erkrankungen des

 

 

 

Blutes und des

 

 

 

Lymphsystems

 

 

 

Sehr häufig

Anämie, Neutropenie,

Neutropenie,

 

 

Thrombozytopenie

Thrombozytopenie

 

Häufig

Leukopenie

Anämie, Leukopenie

Febrile Neutropenie,

 

 

 

Lymphopenie

Stoffwechsel- und

 

 

 

Ernährungsstörungen

 

 

 

Sehr häufig

Anorexie

 

 

Häufig

Verminderter Appetit

Anorexie

Dehydrierung,

 

 

 

Hypokaliämie,

 

 

 

Hyperkaliämie,

 

 

 

Hypomagnesiämie,

 

 

 

Hyponatriämie,

Gelegentlich

 

Verminderter Appetit

Hypokalzämie

 

 

Psychiatrische

 

 

 

Erkrankungen

 

 

 

Häufig

Schlaflosigkeit

 

Angstgefühl

Erkrankungen des

 

 

 

Nervensystems

 

 

 

Sehr häufig

Periphere sensorische

 

 

 

Neuropathie, Neuralgie,

 

 

 

Kopfschmerzen

 

 

Häufig

periphere Neuropathie,

Neuralgie, periphere

Lethargie, Hypoästhesie,

 

Neuropathie,

Neuropathie,

Synkope, Dysästhesie

 

Parästhesie,

Neuropathie

 

 

Polyneuropathie,

 

 

 

Schwindel, Dysgeusie

 

 

Gelegentlich

 

Kopfschmerzen,

 

 

 

periphere sensorische

 

 

 

Neuropathie,

 

 

 

Parästhesie, Schwindel

 

Augenerkrankungen

 

 

 

Häufig

 

 

Konjunktivitis

Gefäßerkrankungen

 

 

 

Häufig

 

 

Hypotonie,

 

 

 

orthostatische

 

 

 

Hypotonie,

 

 

 

Hitzewallungen,

 

 

 

Hypertonie, Phlebitis

Erkrankungen der

 

 

 

Atemwege, des

 

 

 

Brustraums und

 

 

 

Mediastinums

 

 

 

Häufig

Dyspnoe

 

Husten, Epistaxis,

 

 

 

Belastungsdyspnoe

Gelegentlich

 

Dyspnoe

 

Erkrankungen des

 

 

 

Gastrointestinaltrakts

 

 

 

Sehr häufig

Übelkeit, Diarrhö,

 

 

 

Erbrechen, Obstipation,

 

 

 

Stomatitis

 

 

Häufig

Abdominalschmerzen,

Übelkeit, Diarrhö,

Oberbauchschmerzen,

 

Dyspepsie

Erbrechen, Stomatitis

Mundulzera,

 

 

 

Mundtrockenheit,

 

 

 

Dysphagie, aphtöse

 

 

 

Stomatitis

Gelegentlich

 

Obstipation,

 

 

 

Abdominalschmerzen,

 

 

 

Dyspepsie

 

Erkrankungen der

 

 

 

Haut und des

 

 

 

Unterhautzellgewebes

 

 

 

Sehr häufig

PPE*, Hautausschlag

 

 

Häufig

Hauttrockenheit

PPE*

Pruritus, papulöser

 

 

 

Hautausschlag,

 

 

 

allergische Dermatitis,

 

 

 

Erythem,

 

 

 

Hyperpigmentierung der

 

 

 

Haut, Petechien,

 

 

 

Alopezie,

Gelegentlich

 

Hautausschlag

Arzneimittelexanthem

 

 

Skelettmuskulatur-,

 

 

 

Bindegewebs- und

 

 

 

Knochenerkrankungen

 

 

 

Häufig

Schmerzen in den

 

Arthralgie, Myalgie,

 

Extremitäten

 

Muskelkrämpfe,

 

 

 

Muskelschwäche,

 

 

 

Skelett-/

 

 

 

Muskelschmerzen,

 

 

 

Skelett-/

 

 

 

Muskelschmerzen im

 

 

 

Brustkorb

Erkrankungen der

 

 

 

Geschlechtsorgane und

 

 

 

der Brustdrüse

 

 

 

Häufig

 

 

Skrotales Erythem

Allgemeine

 

 

 

Erkrankungen und

 

 

 

Beschwerden am

 

 

 

Verabreichungsort

 

 

 

Sehr häufig

Asthenie, Müdigkeit,

 

 

 

Pyrexie

 

 

Häufig

 

Asthenie, Müdigkeit

periphere Ödeme,

 

 

 

Schüttelfrost,

 

 

 

grippeartige Erkrankung,

 

 

 

Malaise, Hyperthermie

Gelegentlich

 

Pyrexie

 

Untersuchungen

 

 

 

Häufig

Gewichtsverlust

 

Erhöhte Aspartat-

 

 

 

Aminotransferasewerte,

 

 

 

verminderte

 

 

 

Ejektionsfraktion,

 

 

 

erhöhter

 

 

 

Kreatininspiegel im

 

 

 

Blut, erhöhte Alanin-

 

 

 

Aminotransferasewerte

*Palmar-plantare Erythrodysästhesie (Hand-Fuß Syndrom).

**Nebenwirkungen der Grade 3/4 basieren auf der Beschreibung aller Schweregrade mit einer Gesamtinzidenz 5 % (siehe Auflistung der Nebenwirkungen in der ersten Spalte)

AIDS-assoziiertes KS-Programm

Klinische Studien mit AIDS-KS-Patienten, die mit Caelyx bei einer Dosierung von 20 mg/m² behandelt wurden, zeigen, dass Myelosuppression die häufigste im Zusammenhang mit einer Caelyx- Behandlung stehende und sehr häufig auftretende Nebenwirkung war (bei ungefähr der Hälfte der Patienten).

Leukopenie ist die am häufigsten auftretende Nebenwirkung mit Caelyx bei dieser Patientengruppe. Neutropenien, Anämien und Thrombozytopenien wurden beobachtet. Diese Ereignisse können im frühen Verlauf der Behandlung auftreten. Hämatologische Toxizität kann eine Dosisreduzierung, eine Unterbrechung oder einen Aufschub der Therapie erforderlich machen.

Eine Caelyx-Therapie ist vorübergehend bei Patienten zu unterbrechen, wenn Neutrophilen-Werte von < 1.000/mm³ und/oder Thrombozyten-Werte von < 50.000/mm³ vorliegen. G-CSF (oder GM- CSF) kann als Begleittherapie im Bezug auf das Blutbild verabreicht werden, wenn die Neutrophilen- Werte < 1.000/mm³ in nachfolgenden Zyklen sind. Die hämatologische Toxizität für Patientinnen mit Ovarialkarzinom ist weniger schwerwiegend als in der AIDS-KS-Gruppe (siehe Abschnitt oben zu Patientinnen mit Ovarialkarzinom).

Nebenwirkungen, die die Atmungsorgane betreffen, traten in klinischen Studien mit Caelyx häufig auf und können mit opportunistischen Infektionen bei AIDS-Patienten in Verbindung stehen. Opportunistische Infektionen wurden bei KS-Patienten nach der Verabreichung von Caelyx beobachtet und treten häufig bei Patienten mit HIV-induzierter Immunschwäche auf. Die am häufigsten in klinischen Studien beobachteten opportunistischen Infektionen waren Candidiasis, Infektionen durch Zytomegalie-Virus, Herpes simplex, Pneumocystis carinii-Pneumonien und Infektionen durch Mycobacterium avium.

Tabelle 8. Die folgenden Nebenwirkungen - entsprechend den CIOMS III Häufigkeitskategorien wurden bei AIDS-KS-Patienten beobachtet

Sehr häufig (> 1/10); Häufig (> 1/100, < 1/10); Gelegentlich (> 1/1.000, < 1/100)

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig

Mundhöhlensoor

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig

Neutropenie, Anämie, Leukopenie

Häufig

Thrombozytopenie

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

 

Häufig

Anorexie

Psychiatrische Erkrankungen

 

Gelegentlich

Verwirrtheit

Erkrankungen des Nervensystems

 

Häufig

Schwindel

Gelegentlich

Parästhesien

Augenerkrankungen

 

Häufig

Retinitis

Gefäßerkrankungen

 

Häufig

Vasodilatation

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig

Dyspnoe

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

 

Sehr häufig

Übelkeit

Häufig

Diarrhö, Stomatitis, Erbrechen, Mundulzera,

 

schmerzhaftes Abdomen, Glossitis, Obstipation,

 

Übelkeit und Erbrechen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig

Alopezie, Hautausschlag

Gelegentlich

Palmar-plantare Erythrodysästhesie (PPE)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig

Asthenie, Fieber, akute infusionsassoziierte

 

Reaktionen

Untersuchungen

 

Häufig

Gewichtsverlust

Andere weniger häufig beobachtete (< 5 %) unerwünschte Nebenwirkungen beinhalteten Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich anaphylaktischer Reaktionen. Über bullösen Ausschlag wurde selten nach Markteinführung bei dieser Personengruppe berichtet.

Klinisch signifikante Laborwert-Veränderungen traten häufig ( 5 %) auf. Dazu gehörten Erhöhungen der alkalischen Phosphatase, der AST (GOT)- und Bilirubinwerte, von denen angenommen wird, dass sie mit der Grundkrankheit selbst und nicht mit Caelyx in Verbindung stehen. Eine Reduktion der Hämoglobin- und Thrombozytenwerte wurde weniger häufig (< 5 %) festgestellt. Sepsis in Verbindung mit Leukopenie wurde selten (< 1 %) beobachtet. Einige dieser Anomalien können mit der eigentlichen HIV-Infektion und nicht mit Caelyx in Verbindung stehen.

Alle Patienten

Bei 100 von 929 Patienten (10,8 %) mit soliden Tumoren wurden mit der Infusion einhergehende Reaktionen während der Behandlung mit Caelyx beschrieben, die durch folgende Costart-Begriffe definiert sind: allergische Reaktionen, anaphylaktoide Reaktionen, Asthma, Gesichtsödeme, Hypotonie, Vasodilatation, Urtikaria, Rückenschmerzen, Schmerzen im Brustkorb, Schüttelfrost, Fieber, Hypertonie, Tachykardie, Dyspepsie, Übelkeit, Schwindel, Dyspnoe, Pharyngitis, Hautrötung, Pruritus, Schwitzen, Reaktionen an der Injektionsstelle und Arzneimittelwechselwirkungen. Über einen dauerhaften Therapieabbruch wurde gelegentlich berichtet (2 %). Eine vergleichbare Häufigkeit an infusionsbedingten Reaktionen (12,4 %) und Therapieabbruch (1,5 %) wurde im Programm mit Mammakarzinom berichtet. Bei Patienten mit multiplem Myelom, die mit Caelyx und Bortezomib behandelt wurden, traten Infusions-assoziierte Reaktionen mit einer Häufigkeit von 3 % auf. Bei Patienten mit AIDS-assoziiertem Kaposi-Sarkom waren die mit der Infusion einhergehenden Reaktionen durch Hitzegefühl, Kurzatmigkeit, Gesichtsödeme, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Rückenschmerzen, Engegefühl im Brustkorb und Hals und/oder Hypotonie charakterisiert und können mit einer Häufigkeit von 5 % bis 10 % erwartet werden. Sehr selten wurden Krampfanfälle in Zusammenhang mit infusionsbedingten Reaktionen beobachtet. Bei allen Patienten traten mit der Infusion einhergehende Reaktionen hauptsächlich während der ersten Infusion auf. Eine vorübergehende Unterbrechung der Infusion behebt diese Symptome normalerweise ohne weitere Therapiemaßnahmen. Bei nahezu allen Patienten kann die Caelyx-Behandlung wieder aufgenommen werden, ohne dass die Symptome, nachdem diese einmal zurückgegangen sind, erneut auftreten. Mit der Infusion im Zusammenhang stehende Reaktionen treten selten nach dem ersten Therapiezyklus mit Caelyx wieder auf (siehe Abschnitt 4.2).

Myelosuppression in Verbindung mit Anämie, Thrombozytopenie, Leukopenie und selten fiebriger Neutropenie wurde bei mit Caelyx behandelten Patienten beobachtet.

Stomatitis wurde bei Patienten, die eine Dauerinfusion mit einer üblichen Doxorubicin-HCl- Zubereitung erhielten, berichtet, und war häufig bei Patienten denen Caelyx verabreicht wurde. Diese beeinträchtigte nicht den normalen Abschluss der Therapie und machte im Allgemeinen keine Dosisanpassungen erforderlich. Es sei denn, die Stomatitis wirkt sich auf die Fähigkeit der Nahrungsaufnahme bei den Patienten aus. In diesem Fall können entweder die Dosierungsintervalle um 1-2 Wochen gestreckt oder die Dosis reduziert werden (siehe Abschnitt 4.2).

Ein häufigeres Auftreten einer Herzinsuffizienz ist mit einer Doxorubicin-Therapie in einer kumulativen Lebenszeitdosis von > 450 mg/m² oder bei niedrigeren Dosen bei Patienten mit kardialen Risikofaktoren verbunden. Endomyokard-Biopsien zeigen bei neun von zehn AIDS-KS-Patienten, die kumulative Dosen von Caelyx von mehr als 460 mg/m² erhalten, keine Anzeichen einer Anthrazyklin- induzierten Kardiomyopathie. Die empfohlene Dosis von Caelyx für AIDS-KS-Patienten

beträgt 20 mg/m² alle zwei bis drei Wochen. Die kumulative Dosis, ab der die Kardiotoxizität für diese AIDS-KS-Patienten klinisch signifikant sein kann (> 400 mg/m²), würde erfordern, dass mehr als 20 Behandlungen mit Caelyx über einen Zeitraum von 40 bis 60 Wochen vorgenommen werden müssten.

Darüber hinaus wurden an 8 Patientinnen mit soliden Tumoren Endomyokard-Biopsien durchgeführt, die kumulative Anthrazyklin-Dosen von 509 mg/m² bis 1.680 mg/m² erhalten hatten. Der Bereich des Billingham-Kardiotoxizitäts-Index betrug Grad 0 - 1,5. Diese Werte entsprechen keiner oder einer leichten Kardiotoxizität.

In der Pivotal-Phase-III-Studie im Vergleich mit Doxorubicin entsprachen 58/509 (11,4 %) der randomisierten Patientinnen (10 wurden mit einer Dosis von 50 mg/m2 alle 4 Wochen mit Caelyx behandelt im Vergleich zu 48 mit Doxorubicin behandelten Patientinnen bei einer Dosis von

60 mg/m2 alle 3 Wochen) den durch das Protokoll definierten Kriterien bezüglich Kardiotoxizität während der Behandlung und/oder der Nachbeobachtungsphase. Die Kardiotoxizität war definiert zum einen als ein um 20 Punkte oder höherer Abfall im Vergleich zu den Ausgangswerten, sofern der verbleibende LVEF-Wert innerhalb der normalen Grenzen verblieb, zum anderen als ein um

10 Punkte oder höherer Abfall, sofern der LVEF-Wert anormale Werte annahm (weniger als die Untergrenze des Normalwertes). Keine der 10 Caelyx-Patientinnen, die Kardiotoxizität nach den LVEF-Kriterien zeigten, entwickelte Anzeichen und Symptome einer CHF. Im Gegensatz hierzu entwickelten 10 von 48 mit Doxorubicin behandelten Patientinnen, die Kardiotoxizität nach den LVEF-Kriterien zeigten, auch Anzeichen und Symptome einer CHF.

Bei Patienten mit soliden Tumoren, einschließlich einer Untergruppe von Patientinnen mit Mamma- und Ovarialkarzinom, die mit einer Anthrazyklin-Dosis von 50 mg/m²/Zyklus mit kumulativen Lebenszeitdosen von bis zu 1.532 mg/m² behandelt wurden, war die Häufigkeit an klinisch signifikanter Herzfunktionsstörung gering. Von den 418 Patienten, die mit einer Caelyx-Dosis

von 50 mg/m²/Zyklus behandelt wurden und bei denen vor der Behandlung die Ausgangswerte der linksventrikulären Auswurffraktion (LVEF) und mindestens eine Follow-up-Messung durch MUGA- Scans durchgeführt wurde, hatten 88 Patienten kumulative Anthrazyklin-Dosen von > 400 mg/m², eine Gesamtdosis, die mit einem erhöhten Risiko an kardiovaskulärer Toxizität für konventionelle Doxorubicin-Zubereitungen verbunden ist. Nur 13 von diesen 88 Patienten (15 %) hatten mindestens eine klinisch signifikante Änderung in ihrer LVEF, definiert als ein LVEF-Wert kleiner als 45 % oder eine Abnahme von mindestens 20 Punkten vom Ausgangswert. Darüber hinaus brach nur 1 Patient (kumulative Anthrazyklin-Dosis von 944 mg/m²) die Studien-Behandlung aufgrund von klinischen Symptomen einer Herzinsuffizienz ab.

Wie bei anderen DNA-schädigenden, antineoplastischen Substanzen wurde über sekundäre, akute myeloische Leukämien und Myelodysplasien bei Patienten, die eine Kombinationstherapie mit Doxorubicin erhalten haben, berichtet. Daher sollte jeder Patient, der mit Doxorubicin behandelt wird, unter hämatologischer Aufsicht stehen.

Obwohl über eine lokale Nekrose nach einer Extravasation nur sehr selten berichtet wurde, wird Caelyx als lokal reizend eingestuft. Tierversuche weisen darauf hin, dass die Verabreichung von Doxorubicin-HCl als Liposomen-Formulierung das Potential einer Extravasationsschädigung verringert. Bei jeglichen Anzeichen oder Symptomen einer Extravasation (z.B. Brennen, Erythem) muss die Infusion sofort abgebrochen werden und über eine andere Vene erneut begonnen werden. Die lokale Therapie der Extravasationsstelle mit Eis für einen Zeitraum von ungefähr 30 Minuten kann nützlich sein, um die Reaktion zu lindern. Caelyx darf nicht intramuskulär oder subkutan verabreicht werden.

Selten traten Hautreaktionen, die durch vorhergehende Strahlentherapie bedingt waren, im Zusammenhang mit der Verabreichung von Caelyx wieder auf.

Erfahrungen nach Markteinführung

Nebenwirkungen, die nach Markteinführung von Caelyx identifiziert wurden, werden in Tabelle 9 dargestellt. Die Häufigkeiten werden wie folgt definiert:

Sehr häufig

1/10

Häufig

1/100, < 1/10

Gelegentlich

1/1.000, < 1/100

Selten

1/10.000, < 1/1,000

Sehr selten

< 1/10.000, einschließlich vereinzelte Berichte

Tabelle 9. Nebenwirkungen, die nach Markteinführung von Caelyx identifiziert wurden

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Sehr selten

Sekundäre orale Neoplasien1

Gefäßerkrankungen

 

Gelegentlich

Venöse Thromboembolie, einschließlich

 

Thrombophlebitis, tiefer Venenthrombosen und

 

Lungenembolie

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten

Erythema multiforme, Stevens-Johnson

 

Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse

1Bei Patienten mit einer Caelyx-Langzeit-Exposition (länger als ein Jahr) oder die eine Caelyx-Gesamtdosis von mehr als 720 mg/m2 erhielten, wurden sehr seltene Fälle von sekundärem Mundhöhlenkarzinom berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9Überdosierung

Eine akute Überdosierung mit Doxorubicin-HCl verschlimmert die toxischen Wirkungen hinsichtlich Mukositis, Leukopenie und Thrombozytopenie. Die Behandlung einer akuten Überdosierung besteht darin, den hochgradig myelosupprimierten Patienten ins Krankenhaus einzuweisen, ihn mit Antibiotika, Thrombozyten- und Granulozyten-Transfusionen zu versorgen und die Mukositis symptomatisch zu behandeln.

5.PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Zytostatika (Anthrazykline und verwandte Substanzen), ATC-Code: L01DB01.

Wirkmechanismus

Der wirksame Bestandteil von Caelyx ist Doxorubicin-HCl, ein zytotoxisches Anthrazyklin- Antibiotikum, das aus Streptomyces peucetius var. caesius gewonnen wird. Der genaue antitumorale Wirkungsmechanismus von Doxorubicin ist nicht bekannt. Es wird allgemein angenommen, dass die Hemmung der DNS-, RNS- und Proteinsynthese für die Mehrheit der zytotoxischen Wirkungen verantwortlich ist. Das ist wahrscheinlich die Folge der Interkalierung des Anthrazyklins zwischen benachbarte Basenpaare der DNS-Doppelhelix, wodurch die Entfaltung zur Replikation verhindert wird.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Eine randomisierte Phase-III-Studie von Caelyx im Vergleich mit Doxorubicin an Patientinnen mit metastasierendem Mammakarzinom wurde bei 509 Patientinnen durchgeführt. Das im Protokoll spezifizierte Studienziel, die Nicht-Unterlegenheit zwischen Caelyx und Doxorubicin zu zeigen, wurde erreicht. Das relative Risiko (HR) für das progressionsfreie Überleben (PFS) betrug 1,00 (95 % CI für HR=0,82-1,22). Das an prognostizierte Variablen angepasste relative Risiko der Behandlung für das progressionsfreie Überleben war identisch mit dem PFS für die ITT-Gruppe.

Die primäre Analyse der Kardiotoxizität zeigte, dass das Risiko einer kardialen Nebenwirkung in Abhängigkeit von der kumulativen Anthrazyklin-Dosis mit Caelyx signifikant niedriger war als mit Doxorubicin (HR=3,16, p < 0,001). Bei kumulativen Dosen über 450 mg/m2 traten unter Caelyx keine kardialen Ereignisse auf.

Eine Phase-III-Vergleichsstudie von Caelyx gegen Topotecan bei Patientinnen mit epithelialem Ovarialkarzinom nach dem Versagen einer platinhaltigen First-Line-Chemotherapie wurde mit 474 Patientinnen durchgeführt. Es zeigte sich ein Vorteil im Gesamtüberleben für die mit Caelyx behandelten Patientinnen gegenüber den mit Topotecan behandelten Patientinnen, gekennzeichnet durch ein relatives Risiko (HR) von 1,216 (95 % CI: 1,000; 1,478), p=0,050. Die Überlebensraten

nach 1, 2 und 3 Jahren betrugen 56,3 %, 34,7 % und 20,2 % für Caelyx verglichen mit 54,0 %, 23,6 % und 13,2 % bei Topotecan.

In der Untergruppe mit Patientinnen mit einer Platin-sensitiven Erkrankung war der Unterschied größer: HR von 1,432 (95 % CI: 1,066; 1,923), p=0,017. Die Überlebensraten nach 1, 2 und 3 Jahren betrugen 74,1 %, 51,2 % und 28,4 % für Caelyx verglichen mit 66,2 %, 31,0 % und 17,5 % bei Topotecan.

Die Behandlungsergebnisse waren ähnlich in der Untergruppe mit Patientinnen mit einer Platin- refraktären Erkrankung: HR von 1,069 (95 % CI: 0,823; 1,387), p=0,618. Die Überlebensraten nach 1, 2 und 3 Jahren betrugen 41,5 %, 21,1 % und 13,8 % für Caelyx verglichen mit 43,2 %, 17,2 % und 9,5 % bei Topotecan.

In einer offenen, randomisierten, multizentrischen Parallelgruppen-Studie der Phase III mit 646 Patienten, die mindestens eine vorangegangene Therapie erhalten hatten und die während einer Anthracyclin-basierten Therapie keine Progression zeigten, wurden die Verträglichkeit und Wirksamkeit einer Kombinationstherapie mit Caelyx und Bortezomib mit einer Bortezomib- Monotherapie verglichen. Im Vergleich zu den mit Bortezomib-Monotherapie behandelten Patienten ergab sich eine signifikante Verbesserung des primären Endpunkts „Progressionsfreie Zeit“ (Time to Progression, TTP) für Patienten, die mit der Kombinationstherapie aus Caelyx und Bortezomib behandelt wurden, wie die Risiko-Reduktion (RR) von 35 % (95 % CI: 21-47 %), p < 0,0001 auf der Basis von 407 TTP-Ereignissen zeigt. Die mediane TTP betrug 6,9 Monate bei Patienten mit Bortezomib-Monotherapie verglichen mit 8,9 Monaten bei Patienten mit Kombinationstherapie aus Caelyx und Bortezomib. Eine im Prüfplan festgelegte Zwischenanalyse (basierend auf 249 TTP- Ereignissen) führte aufgrund der Wirksamkeit zur vorgezogenen Beendigung der Studie. Diese Zwischenanalyse zeigte eine Risikoreduktion im Bereich der TTP von 45 % (95 % CI: 29-57 %),

p < 0,0001. Die mediane TTP betrug 6,5 Monate für Patienten unter Bortezomib-Monotherapie verglichen mit 9,3 Monaten für Patienten unter der Kombinationstherapie aus Caelyx und Bortezomib. Diese Ergebnisse, obwohl nicht endgültig, begründeten die im Prüfplan definierte finale Analyse. Die finale Analyse des Gesamtüberlebens (OS), die nach einem medianen Follow-up von 8,6 Jahren durchgeführt wurde, zeigte keinen signifikanten Unterschied im Gesamtüberleben zwischen den beiden Behandlungsarmen. Das mediane Gesamtüberleben betrug 30,8 Monate

(95% CI: 25,2-36,5 Monate) bei den Patienten mit Bortezomib als Monotherapie und 33 Monate (95% CI: 28,9-37,1 Monate) bei den Patienten, die Caelyx plus Bortezomib als Kombinationstherapie erhielten.

5.2Pharmakokinetische Eigenschaften

Caelyx ist eine polyethylenglykolisierte Liposomen-Formulierung von Doxorubicin-HCl mit einer langen Zirkulationszeit. Die polyethylenglykolisierten Liposomen enthalten an der Oberfläche gebundene hydrophile Methoxypolyethylenglykol (MPEG)-Ketten. Diese linearen MPEG-Ketten ragen aus der Liposomenoberfläche heraus und schaffen so eine Schutzschicht, die die Wechselwirkungen zwischen der Lipid-Doppelmembran und Plasmabestandteilen vermindert. Hierdurch können die Caelyx-Liposomen länger im Blutkreislauf zirkulieren. Die polyethylenglykolisierten Liposomen sind so klein (durchschnittlicher Durchmesser von

ungefähr 100 nm), dass sie intakt durch die geschädigten Blutgefäße der Tumoren hindurchtreten (extravasieren) können. Der Nachweis, dass polyethylenglykolisierte Liposomen aus Blutgefäßen in Tumoren eindringen und sich dort ansammeln, konnte bei Mäusen mit C-26 Colon-Karzinomen und bei transgenen Mäusen mit KS-ähnlichen Läsionen geführt werden. Die polyethylenglykolisierten Liposomen besitzen darüber hinaus eine Lipidmatrix mit geringer Permeabilität und ein wässriges Puffersystem im Inneren, die gemeinsam dafür sorgen, dass Doxorubicin-HCl während der Zirkulationszeit in den Liposomen eingeschlossen bleibt.

Die Pharmakokinetik von Caelyx beim Menschen unterscheidet sich signifikant von der in der Fachliteratur angegebenen Pharmakokinetik üblicher Doxorubicin-HCl-Präparate. Bei niedrigeren Dosierungen (10 mg/m² bis 20 mg/m²) zeigt Caelyx eine lineare Pharmakokinetik. Über einen Dosisbereich von 10 mg/m² bis 60 mg/m² zeigt Caelyx eine nicht-lineare Pharmakokinetik. Standard- Doxorubicin-HCl zeigt eine ausgeprägte Gewebeverteilung (Verteilungsvolumen: 700 bis 1100 l/m²) und eine schnelle Eliminations-Clearance (24 bis 73 l/h/m²). Im Gegensatz hierzu weist das pharmakokinetische Profil von Caelyx darauf hin, dass Caelyx überwiegend auf das Flüssigkeitsvolumen der Gefäße beschränkt bleibt und die Clearance von Doxorubicin aus dem Blut vom Liposomen-Träger abhängt. Doxorubicin wird verfügbar, nachdem die Liposomen aus den Gefäßen ausgetreten und in das Gewebekompartiment eingetreten sind.

Bei vergleichbaren Dosen sind die Plasmakonzentration und die AUC-Werte von Caelyx, welches größtenteils liposomal eingeschlossenes polyethylenglykolisiertes Doxorubicin-HCl enthält (90 % bis 95 % der Gesamtmenge des Doxorubicins), bedeutend höher als jene Werte, die mit Standard- Doxorubicin-HCl-Präparaten erzielt werden.

Caelyx ist nicht im Austausch mit anderen Doxorubicinhydrochlorid-Formulierungen anzuwenden.

Populations-Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Caelyx wurde an 120 Patienten von 10 verschiedenen klinischen Studien mit Hilfe der Methode zur Bestimmung der Pharmakokinetik in größeren Patienten-Kollektiven erhoben. Die Pharmakokinetik von Caelyx über einen Dosisbereich von 10 mg/m² bis 60 mg/m² wurde am besten durch ein nicht-lineares Zwei-Kompartiment-Modell nullter Ordnung und Michaelis- Menten-Elimination beschrieben. Die mittlere intrinsische Clearance von Caelyx betrug 0,030 l/h/m² (Bereich 0,008 bis 0,152 l/h/m²) und das mittlere zentrale Verteilungsvolumen betrug 1,93 l/m² (Bereich 0,96 bis 3,85 l/m²), wobei dies annähernd dem Plasmavolumen entsprach. Die Halbwertzeit lag zwischen 24 und 231 Stunden bei einem Mittelwert von 73,9 Stunden.

Patientinnen mit Mammakarzinom

Die Pharmakokinetik von Caelyx, die an 18 Patientinnen mit Mammakarzinom bestimmt wurde, war der Pharmakokinetik in der größeren Population von 120 Patienten mit verschiedenen Karzinomen ähnlich. Die mittlere intrinsische Clearance betrug 0,016 l/h/m² (Bereich 0,008 bis 0,027 l/h/m²) und das mittlere zentrale Verteilungsvolumen betrug 1,46 l/m² (Bereich 1,10 bis 1,64 l/m²). Die mittlere Halbwertzeit betrug 71,5 Stunden (Bereich 45,2 bis 98,5 Stunden).

Patientinnen mit Ovarialkarzinom

Die Pharmakokinetik von Caelyx, die an 11 Patientinnen mit Ovarialkarzinom bestimmt wurde, war der Pharmakokinetik in der größeren Population von 120 Patienten mit verschiedenen Karzinomen ähnlich. Die mittlere intrinsische Clearance betrug 0,021 l/h/m² (Bereich 0,009 bis 0,041 l/h/m²) und

das mittlere zentrale Verteilungsvolumen betrug 1,95 l/m² (Bereich 1,67 bis 2,40 l/m²). Die mittlere Halbwertzeit betrug 75,0 Stunden (Bereich 36,1 bis 125 Stunden).

AIDS-assoziierte KS-Patienten

Die Pharmakokinetik von Caelyx im Plasma wurde bei 23 Patienten mit KS ausgewertet, denen Einzeldosen von 20 mg/m² Doxorubicin-Hydrochlorid in einer 30minütigen Infusion verabreicht wurden. Die pharmakokinetischen Parameter von Caelyx (größtenteils liposomal eingeschlossenes polyethylenglykolisiertes Doxorubicin-HCl und geringe Anteile an nicht eingeschlossenem Doxorubicin-HCl), die nach Dosen von 20 mg/m² festgestellt wurden, sind in Tabelle 10 zusammengestellt.

Tabelle 10. Pharmakokinetische Parameter bei mit Caelyx behandelten AIDS-KS-Patienten

Mittelwert Standardabweichung

Parameter

20 mg/m² (n=23)

 

 

 

Max. Plasmakonzentration* (µg/ml)

8,34

0,49

Plasma-Clearance (l/h/m²)

0,041

0,004

Verteilungsvolumen (l/m²)

2,72 0,120

AUC (µg/ml•h)

590 58,7

t1/2(1) (h)

5,2

1,4

t1/2(2) (h)

55,0 4,8

*Gemessen am Ende einer 30minütigen Infusion

5.3Präklinische Daten zur Sicherheit

In Studien mit wiederholter Verabreichung bei Tieren zeigte sich, dass das Toxizitätsprofil von Caelyx bei Tieren dem Toxizitätsprofil einer Dauerinfusion mit Standard-Doxorubicin-Hydrochlorid beim Menschen sehr ähnlich ist. Bei Caelyx, in dem Doxorubicin-Hydrochlorid in polyethylenglykolisierten Liposomen eingeschlossen vorliegt, treten die Effekte jedoch wie im Folgenden beschrieben unterschiedlich stark auf:

Kardiotoxizität

Studien mit Kaninchen haben gezeigt, dass die Kardiotoxizität von Caelyx im Vergleich zu der bei konventionellen Doxorubicin-HCl-Formulierungen herabgesetzt ist.

Dermatologische Toxizität

In Studien mit wiederholter Verabreichung von Caelyx in klinisch relevanten Dosen bei Ratten und Hunden wurden schwerwiegende Hautentzündungen und Ulzerationen beobachtet. In der Studie mit Hunden wurden Auftreten und Schweregrad dieser Läsionen durch Reduzierung der Dosis oder Verlängerung der Dosisintervalle verringert. Ähnliche Hautläsionen, die als palmar-plantare Erythrodysästhesie bezeichnet werden, wurden auch bei Patienten nach intravenöser Dauerinfusion beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).

Anaphylaktoide Reaktion

In Studien zur Toxizität bei wiederholter Verabreichung bei Hunden wurde nach Verabreichung von polyethylenglykolisierten Liposomen als Placebo eine akute Reaktion beobachtet, die sich durch Blutdruckabfall, blasse Schleimhäute, Speichelfluss, Erbrechen und Phasen der Überaktivität - gefolgt von herabgesetzter Aktivität - und Lethargie äußerte. Eine ähnliche aber weniger heftige Reaktion wurde bei Hunden, die mit Caelyx und Standard-Doxorubicin behandelt wurden, beobachtet.

Das Ausmaß der blutdrucksenkenden Reaktion wurde durch eine Vorbehandlung mit Antihistaminen herabgesetzt. Diese Reaktion war jedoch nicht lebensbedrohlich und die Hunde erholten sich schnell nach Absetzen der Behandlung.

Lokale Toxizität

Subkutane Verträglichkeits-Studien weisen darauf hin, dass Caelyx nach einer möglichen Extravasation im Vergleich zu Standard-Doxorubicin-Hydrochlorid geringere Reizungen oder Schädigungen des Gewebes verursacht.

Mutagenität und Karzinogenität

Obwohl keine Studien mit Caelyx durchgeführt wurden, ist Doxorubicin-HCl, der pharmakologisch wirksame Bestandteil von Caelyx, als mutagen und karzinogen bekannt. Polyethylenglykolisierte, wirkstofffreie Liposomen sind weder mutagen noch genotoxisch.

Reproduktionstoxizität

Caelyx verursachte eine geringfügige bis mäßige Ovar- und Hoden-Atrophie bei Mäusen nach einer Einmaldosis von 36 mg/kg. Vermindertes Hodengewicht und Hypospermie wurden bei Ratten nach wiederholten Dosen von 0,25 mg/kg/Tag festgestellt. Bei Hunden beobachtete man eine diffuse Degeneration der Samenkanälchen und eine markante Abnahme der Spermatogenese nach wiederholten Dosen von 1 mg/kg/Tag (siehe Abschnitt 4.6).

Nierentoxizität

Eine Studie hat gezeigt, dass Caelyx bei einer einmaligen intravenösen Dosis von mehr als der doppelten klinischen Dosis renale Toxizität bei Affen hervorruft. Bei Ratten und Kaninchen wurde renale Toxizität sogar bei niedrigeren einmaligen Dosen von Doxorubicin HCl beobachtet. Da eine Auswertung der post-marketing Sicherheitsdatenbank für Caelyx bei Patienten keinen signifikanten Hinweis auf eine durch Caelyx verursachte Nierentoxizität ergeben hat, mögen diese Ergebnisse bei Affen keine Relevanz auf die Risikobewertung für Patienten haben.

6.PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1Liste der sonstigen Bestandteile

-(2-[1,2-distearoyl-sn-glycero(3)phosphooxy]ethylcarbamoyl)- -methoxypoly(oxyethylen)- 40 Natriumsalz (MPEG-DSPE)

vollhydriertes Phosphatidylcholin aus Sojabohnen (HSPC) Cholesterol

Ammoniumsulfat Saccharose Histidin

Wasser für Injektionszwecke Salzsäure

Natriumhydroxid

6.2Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3Dauer der Haltbarkeit

20 Monate.

Nach Verdünnung:

-Die chemische und physikalische Stabilität während des Gebrauchs wurde für einen Zeitraum von 24 Stunden bei 2°C bis 8°C gezeigt.

-Aus mikrobiologischer Sicht ist das Arzneimittel sofort zu verwenden. Wird es nicht sofort angewendet, liegen die Aufbrauchfristen und die Aufbewahrungsbedingungen vor der

Verabreichung in der Verantwortung des Anwenders und sollten nicht länger als 24 Stunden bei 2°C-8°C sein.

-Der Inhalt von teilweise aufgebrauchten Durchstechflaschen muss vernichtet werden.

6.4Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C). Nicht einfrieren.

Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflaschen aus Glas vom Typ I mit einem grauen silikonisierten Brombutylstopfen und einem Aluminiumverschluss, mit einem entnehmbaren Volumen von 10 ml (20 mg) oder

25 ml (50 mg).

Caelyx wird als Einzelpackung oder Zehnerpackung angeboten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Verwenden Sie keine Lösungen, die Niederschläge oder andere Partikel aufweisen.

Die Handhabung von Caelyx-Lösungen muss mit Vorsicht erfolgen. Dabei müssen Handschuhe getragen werden. Wenn Caelyx mit Haut oder Schleimhaut in Kontakt kommt, müssen die Flächen sofort gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden. Caelyx muss auf die Weise gehandhabt und vernichtet werden, die auch für andere Arzneimittel gegen Krebs üblich ist, entsprechend den lokalen Anforderungen.

Bestimmen Sie die zu verabreichende Dosis von Caelyx (gemäß der empfohlenen Dosis und der Körperoberfläche des Patienten). Entnehmen Sie der Durchstechflasche das entsprechende Volumen von Caelyx mit einer sterilen Spritze. Aseptische Bedingungen müssen unbedingt eingehalten werden, da Caelyx keine Konservierungsmittel oder bakteriostatischen Hilfsstoffe enthält. Die entsprechende Dosis muss vor der Verabreichung mit 5 %iger (50 mg/ml) Glucose-Infusionslösung verdünnt werden. Für Dosen 90 mg wird Caelyx in 250 ml und für Dosen 90 mg in 500 ml verdünnt. Dies kann dann über eine Dauer von 60 oder 90 Minuten infundiert werden wie unter

Abschnitt 4.2 genauer beschrieben.

Die Benutzung eines anderen Verdünnungsmittels als 5 %ige (50 mg/ml) Glucose-Infusionslösung oder die Zugabe eines bakteriostatischen Hilfsstoffs, wie Benzylalkohol, kann einen Niederschlag mit Caelyx herbeiführen.

Es wird empfohlen, die Caelyx-Infusionsleitung über einen Seitenanschluss an eine Infusion

mit 5 %iger (50 mg/ml) Glucoselösung zur intravenösen Infusion anzuschließen. Die Infusion kann über eine periphere Vene verabreicht werden. Keine Inline-Sterilfilter verwenden.

7.INHABER DER ZULASSUNG

Janssen-Cilag International NV

Turnhoutseweg 30

B-2340 Beerse

Belgien

8.ZULASSUNGSNUMMER(N)

EU/1/96/011/001

EU/1/96/011/002

EU/1/96/011/003

EU/1/96/011/004

9.DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Zulassung: 21. Juni 1996

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 19. Mai 2006

10.STAND DER INFORMATION

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.

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