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Exjade (deferasirox) - V03AC03

Updated on site: 06-Oct-2017

Name des ArzneimittelsExjade
ATC-CodeV03AC03
Substanzdeferasirox
HerstellerNovartis Europharm Limited

Exjade

Deferasirox

Dies ist eine Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR) für Exjade. Hierin wird erläutert wie der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) das Arzneimittel beurteilt hat, um zu seinem befürwortenden Gutachten zur Erteilung der Genehmigung für das Inverkehrbringen und seinen Empfehlungen zu den Anwendungsbedingungen für Exjade zu gelangen.

Was ist Exjade?

Exjade ist ein Arzneimittel, das den Wirkstoff Deferasirox enthält. Es ist als Filmtabletten (90 mg,

180 mg und 360 mg) und als lösliche Tabletten (125 mg, 250 mg und 500 mg) erhältlich. Die löslichen Tabletten werden mit einer Flüssigkeit zu einer Suspension vermischt, die der Patient trinken kann.

Wofür wird Exjade angewendet?

Exjade wird zur Behandlung der chronischen Eisenüberladung (überschüssiges Eisen im Körper) bei folgenden Patientengruppen angewendet:

Patienten ab sechs Jahren, die an Beta-Thalassämia major (einer angeborenen Blutkrankheit, bei der die Patienten nicht genügend normales Hämoglobin im Blut haben) leiden und häufig Bluttransfusionen erhalten;

Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren mit Beta-Thalassämia major, die häufig Bluttransfusionen erhalten, wenn Deferoxamin (ein anderes Arzneimittel zur Behandlung von Eisenüberladung) nicht angewendet werden kann oder unangemessen ist;

Patienten ab zwei Jahren mit Beta-Thalassämia major, die selten Bluttransfusionen erhalten, wenn Deferoxamin nicht angewendet werden kann oder unangemessen ist;

Patienten ab zwei Jahren, die an anderen Formen von Anämie (geringe Konzentrationen von Hämoglobin im Blut) leiden und Bluttransfusionen erhalten, wenn Deferoxamin nicht angewendet werden kann oder unangemessen ist;

Patienten ab 10 Jahren mit nicht transfusionsabhängigen Thalassämia-Syndromen, wenn Deferoxamin nicht angewendet werden kann oder unangemessen ist. Nicht transfusionsabhängige Thalassämia-Syndrome sind Blutkrankheiten ähnlich wie Beta-Thalassämia major, bei denen jedoch keine Bluttransfusionen nötig sind. Bei diesen Patienten wird die Eisenüberladung durch die überschüssige Resorption von Eisen aus dem Darm verursacht.

Da es nur wenige Patienten mit chronischer Eisenüberladung gibt, gilt die Krankheit als selten, und Exjade wurde am 13. März 2002 als Arzneimittel für seltene Leiden („Orphan-Arzneimittel“) ausgewiesen.

Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.

Wie wird Exjade angewendet?

Die Behandlung mit Exjade sollte von einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung der chronischen Eisenüberladung eingeleitet und überwacht werden.

Bei chronischer Eisenüberladung aufgrund von Bluttransfusionen beginnt die Behandlung mit Exjade, wenn der Patient etwa 100 ml konzentrierte rote Blutkörperchen pro Kilogramm Körpergewicht erhalten hat oder wenn Anzeichen einer Eisenüberladung vorliegen (wenn im Blut die Spiegel von Ferritin, dem Eiweißstoff im Körper, der Eisen speichert, über 1 mg pro Liter betragen). Bei Patienten mit nicht transfusionsabhängigen Thalassämia-Syndromen beginnt die Behandlung, wenn eine Eisenüberladung nachgewiesen ist. Die Anfangsdosis hängt davon ab, welches Körpergewicht der Patient hat, ob er Film- oder lösliche Tabletten einnimmt und welche Transfusionsmenge der Patient insgesamt erhalten hat. Anschließend wird die Dosis nach Bedarf alle drei bis sechs Monate je nach Ansprechen angepasst.

Exjade wird einmal täglich eingenommen. Die löslichen Tabletten sollten auf nüchternen Magen eingenommen werden (mindestens eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten). Die Filmtabletten können mit einer leichten Mahlzeit eingenommen werden. Nähere Informationen sind der Packungsbeilage zu entnehmen.

Wie wirkt Exjade?

Der Wirkstoff in Exjade, Deferasirox, ist ein so genannter „Eisen-Chelator“ (Eisenkomplexbildner). Er bindet an überschüssiges Eisen im Körper und bildet ein Chelat, die hauptsächlich im Stuhl vom Körper ausgeschieden werden kann. Dies trägt dazu bei, die Eisenüberladung zu beheben und Schädigungen an Organen wie Herz oder Leber durch überschüssiges Eisen vorzubeugen.

Wie wurde Exjade untersucht?

Bei chronischer Eisenüberladung aufgrund von Bluttransfusionen wurde Exjade in einer Hauptstudie an 591 Patienten mit Beta-Thalassämia major mit Deferoxamin verglichen. Etwa die Hälfte der Patienten war unter 16 Jahre und 56 waren unter sechs Jahre alt. Die Wirksamkeit wurde bestimmt, indem die Eisenkonzentration in der Leber vor und nach einjähriger Behandlung mit den Arzneimitteln untersucht wurde. In einer zusätzlichen Studie wurde die Wirksamkeit von Exjade bei 184 Patienten untersucht, die nicht mit Deferoxamin behandelt werden konnten, einschließlich Patienten mit Beta-Thalassämia major und anderen Arten von Anämien.

Exjade wurde zudem in einer Hauptstudie an 166 Patienten ab 10 Jahren (darunter 21 Patienten im Alter von 10 bis 18 Jahren) mit nicht transfusionsabhängigen Thalassämia-Syndromen und Eisenüberladung untersucht. Bei dieser Studie wurde Exjade mit Placebo (Scheinbehandlung)

verglichen. Hauptindikator für die Wirksamkeit war die Veränderung der Eisenkonzentration in der Leber nach 12 Behandlungsmonaten.

Welchen Nutzen hat Exjade in diesen Studien gezeigt?

Am Ende der Hauptstudie zu chronischer Eisenüberladung aufgrund von Bluttransfusionen hatten 53 % der Patienten, die Exjade erhielten, ausreichend auf die Behandlung angesprochen, verglichen mit 66 % bei den Patienten, die Deferoxamin erhielten. Dies deutet darauf hin, dass Exjade möglicherweise nicht so wirksam wie das Vergleichsarzneimittel war. Betrachtet man jedoch die 381 Patienten, die zu Beginn der Studie besonders hohe Eisenkonzentrationen in der Leber aufwiesen und vergleichbare Mengen an Exjade und Deferoxamin erhalten hatten, so waren beide Arzneimittel gleich wirksam. In dieser Studie war die Zahl der Patienten unter sechs Jahren zu gering, um den Nachweis für die Sicherheit und Wirksamkeit von Exjade in dieser Altersgruppe zu erbringen. In der zusätzlichen Studie hatte mehr als die Hälfte der Patienten, die nicht mit Deferoxamin behandelt werden konnten, nach einem Jahr auf die Behandlung mit Exjade angesprochen, darunter auch Patienten im Alter von zwei bis fünf Jahren.

In der Studie an Patienten mit nicht transfusionsabhängigen Thalassämia-Syndromen wurde nachgewiesen, dass Exjade im Hinblick auf die Verringerung der Eisenkonzentration in der Leber wirksamer als Placebo war: Bei Patienten, die mit Exjade behandelt wurden (mit einer Anfangsdosis von 10 mg/kg/Tag) sanken die Eisenkonzentrationen in der Leber um durchschnittlich 3,8 mg pro Gramm Leber, verglichen mit einem durchschnittlichen Anstieg von 0,4 mg pro Gramm Leber bei Patienten, die mit Placebo behandelt wurden.

Welches Risiko ist mit Exjade verbunden?

Eine sehr häufige Nebenwirkung von Exjade (beobachtet bei mehr als 1 von 10 Patienten) ist ein erhöhter Kreatininspiegel im Blut (ein Marker für Nierenprobleme).

Exjade darf nicht bei Patienten angewendet werden, deren Kreatinin-Clearance (ein Maß für die Fähigkeit der Niere, Kreatinin aus dem Blut zu entfernen) unter 60 ml pro Minute beträgt. Es darf nicht in Kombination mit anderen Eisen-Chelatoren angewendet werden.

Es ist sehr wichtig, die Nieren und die Leber des Patienten vor Beginn der Behandlung sowie regelmäßig während der Behandlung mit Exjade anhand von Bluttests zu kontrollieren. Bekommt der Patient Nieren- oder Leberprobleme, sollte die Dosis reduziert bzw. die Behandlung unterbrochen werden. Exjade wird für Patienten mit schweren Leberproblemen nicht empfohlen, da es bei diesen Patienten nicht untersucht wurde.

Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Exjade berichteten Nebenwirkungen und Einschränkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Warum wurde Exjade zugelassen?

Der CHMP gelangte zu dem Schluss, dass der Nutzen von Exjade gegenüber den Risiken überwiegt, und empfahl, die Genehmigung für das Inverkehrbringen zu erteilen.

Welche Maßnahmen werden zur Gewährleistung der sicheren Anwendung von Exjade ergriffen?

Es wurde ein Risikomanagementplan entwickelt, um sicherzustellen, dass Exjade so sicher wie möglich angewendet wird. Auf der Grundlage dieses Plans wurden Sicherheitsinformationen in die

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilage für Exjade aufgenommen, einschließlich geeigneter Vorsichtsmaßnahmen für Angehörige der Heilberufe und Patienten.

Außerdem stellt der Hersteller von Exjade sicher, dass für Angehörige der Heilberufe, ein Informationspaket verfügbar ist. Das Paket soll Informationen über Risiken und Empfehlungen zur Behandlung mit Exjade enthalten, einschließlich zur Wahl der richtigen Dosis, zu den unterschiedlichen Dosen für Film- und lösliche Tabletten und der Notwendigkeit, den Gesundheitszustand des Patienten, insbesondere die Nierenfunktion, zu überwachen, . Das Unternehmen wird zudem ein ähnliches Informationspaket für Patienten erstellen.

Darüber hinaus wird das Unternehmen folgende Studien durchführen: eine Studie zum Vergleich des Nutzens von Filmtabletten und von löslichen Tabletten; eine Studie an Kindern über 10 Jahre mit nicht transfusionsabhängigen Thalassämia-Syndromen, um mehr Informationen über die langfristigen Wirkungen der Behandlung bei diesen Patienten zu erhalten; eine Studie zur Beurteilung der Sicherheit der Filmtabletten (insbesondere wenn sie zerstoßen sind) bei Kindern.

Weitere Informationen über Exjade

Am 28. August 2006 erteilte die Europäische Kommission eine Genehmigung für das Inverkehrbringen von Exjade in der gesamten Europäischen Union.

Die Zusammenfassung des Gutachtens des Ausschusses für Arzneimittel für seltene Leiden zu Exjade finden Sie auf der Website der Agentur unter ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/Rare disease designation.

Den vollständigen Wortlaut des EPAR für Exjade finden Sie auf der Website der Agentur: ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/European public assessment reports. Wenn Sie weitere Informationen zur Behandlung mit Exjade benötigen, lesen Sie bitte die Packungsbeilage (ebenfalls Teil des EPAR) oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Zusammenfassung wurde zuletzt im 03-2016 aktualisiert.

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