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Kaletra (lopinavir / ritonavir) - J05AR10

Updated on site: 08-Oct-2017

Name des ArzneimittelsKaletra
ATC-CodeJ05AR10
Substanzlopinavir / ritonavir
HerstellerAbbVie Ltd

Kaletra

Lopinavir / Ritonavir

Dies ist eine Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR) für Kaletra. Hierin wird erläutert, wie der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) das Arzneimittel beurteilt hat, um zu seinem befürwortenden Gutachten zur Erteilung der Genehmigung für das Inverkehrbringen und seinen Empfehlungen zu den Anwendungsbedingungen für Kaletra zu gelangen.

Was ist Kaletra?

Kaletra ist ein Arzneimittel, das zwei Wirkstoffe, Lopinavir und Ritonavir, enthält. Es ist als Kapseln (133,3 mg Lopinavir und 33,3 mg Ritonavir), als Lösung zum Einnehmen (80 mg Lopinavir und 20 mg Ritonavir pro ml) und als Tabletten (100 mg Lopinavir und 25 mg Ritonavir; 200 mg Lopinavir und 50 mg Ritonavir) erhältlich.

Wofür wird Kaletra angewendet?

Kaletra wird in Kombination mit anderen Arzneimitteln gegen HIV zur Behandlung von Patienten im Alter von über zwei Jahren angewendet, die mit dem humanen Immunschwächevirus vom Typ 1 (HIV-1) infiziert sind, welches das erworbene Immunschwächesyndrom (AIDS) verursacht.

Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.

Wie wird Kaletra angewendet?

Die Behandlung mit Kaletra sollte von einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung der HIV-Infektion verordnet werden.

Bei Erwachsenen und Jugendlichen (ab 12 Jahren) beträgt die empfohlene Dosis von Kaletra zweimal täglich drei Kapseln oder zwei 200 mg/50 mg-Tabletten. Die Tabletten sind in dieser Dosis ebenfalls für Kinder (zwischen zwei und 12 Jahren) geeignet, sofern diese mehr als 40 kg wiegen und eine Körperoberfläche (berechnet anhand von Größe und Gewicht des Kindes) über 1,4 m2 haben. Die Dosis

© European Medicines Agency, 2012. Reproduction is authorised provided the source is acknowledged.

für kleinere Kinder ist abhängig von der Körperoberfläche des Kindes und den anderen Arzneimitteln, die das Kind einnimmt.

Wenn nötig, können Erwachsene (ab 18 Jahren) die volle Dosis von vier Tabletten einmal täglich nehmen, wenn sie mit einem HIV infiziert sind, das wahrscheinlich auf die meisten Arzneimittel der gleichen Klasse wie Kaletra (Proteaseinhemmer) anspricht. Bei der Entscheidung für die Dosis einmal täglich sollte der Arzt bedenken, dass diese Dosis unter Umständen nicht so wirksam ist, die HIV-Werte langfristig niedrig zu halten, wie die zweimal tägliche Einnahme und dass sie das Risiko von Diarrhö erhöhen kann.

Die Lösung zum Einnehmen ist für Patienten bestimmt, die nicht in der Lage sind, die Tabletten oder Kapseln einzunehmen, und wird zur Anwendung bei Kindern (bis zu zwölf Jahren) empfohlen, da sie eine präzisere Dosierung erlaubt. Die Kapseln und die Lösung zum Einnehmen müssen mit Nahrung eingenommen werden, während die Tabletten auch ohne Nahrung eingenommen werden können. Die Tabletten müssen im Ganzen eingenommen, dürfen also nicht zerkaut, zerbrochen oder zerkleinert werden. Weitere Informationen sind der Packungsbeilage zu entnehmen.

Wie wirkt Kaletra?

Kaletra enthält zwei Wirkstoffe, Lopinavir und Ritonavir. Beide Wirkstoffe sind Proteasehemmer, d. h., sie blockieren ein Enzym (Protease), das an der Vermehrung von HIV beteiligt ist. Wird dieses Enzym blockiert, kann sich das Virus nicht normal vermehren, sodass sich die Ausbreitung der Infektion im Körper verlangsamt. In Kaletra sorgt Lopinavir für die eigentliche Wirkung, während Ritonavir als „Verstärker“ dient, der die Abbaugeschwindigkeit von Lopinavir in der Leber herabsetzt. Dadurch steigt der Lopinavir-Spiegel im Blut, sodass eine niedrigere Dosis von Lopinavir ausreicht, um dieselbe antivirale Wirkung zu erzielen. Kaletra vermag die HIV-Infektion bzw. AIDS nicht zu heilen, kann jedoch die Schädigung des Immunsystems und damit auch die Entwicklung der mit AIDS verbundenen Infektionen und Erkrankungen hinauszögern.

Wie wurde Kaletra untersucht?

Es wurden zwei Hauptstudien mit Kaletra zweimal täglich bei Erwachsenen und eine bei Kindern durchgeführt. In der ersten Studie mit 653 Erwachsenen, die zuvor noch nicht wegen HIV behandelt worden waren, wurde Kaletra Kapseln mit Nelfinavir (einem anderen antiviralen Arzneimittel) verglichen. In der zweiten Studie mit 118 Erwachsenen, die zuvor einen anderen Proteasehemmer eingenommen hatten, wurde Kaletra Kapseln mit einem Proteasehemmer verglichen, der vom Studienarzt für jeden Patienten individuell ausgewählt wurde. Die dritte Studie umfasste 100 Kinder, die eine von zwei Dosen Kaletra Lösung zum Einnehmen erhielten. In allen drei Studien wurden Kaletra und die Vergleichsarzneimittel mit anderen antiviralen Arzneimitteln kombiniert. Der Hauptindikator für die Wirksamkeit war die Anzahl der Patienten mit nicht nachweisbaren Konzentrationen von HIV-1 im Blut (unter 400 Kopien/ml) nach der Behandlung.

Es wurden zusätzliche Studien durchgeführt, um die durch die Tabletten und Kapseln im Blut erzeugten Wirkstoffkonzentrationen sowie die einmal und die zweimal tägliche Einnahme von Kaletra bei Erwachsenen zu vergleichen.

Welchen Nutzen hat Kaletra in diesen Studien gezeigt?

In allen drei Hauptstudien verringerte Kaletra die Viruslast (Menge an Viren im Blut). In der Studie mit Erwachsenen, die zuvor noch nicht wegen HIV behandelt worden waren, hatten 79 % Patienten, die Kaletra einnahmen (259 von 326), nach 24 Wochen eine Viruslast unter 400 Kopien/ml, verglichen mit 71 % der Patienten, die Nelfinavir einnahmen (233 von 327). In der Studie mit Erwachsenen, die

bereits zuvor einen Proteasehemmer eingenommen hatten, zeigten 73 % Patienten unter Kaletra (43 von 59) nach 16 Wochen eine Viruslast unter 400 Kopien/ml, verglichen mit 54 % der Patienten, die Vergleichsarzneimittel einnahmen (32 von 59). Ähnliche Ergebnisse waren auch bei den beiden Dosen von Kaletra in der Studie mit Kindern zu beobachten, bei der etwa 70 % der Kinder nach 12 Wochen Viruslasten unter 400 Kopien/ml aufwiesen. Die Anzahl der Kinder unter zwei Jahren war in dieser Studie jedoch zu gering, um die Anwendung von Kaletra in dieser Altersgruppe zu stützen.

Die zusätzlichen Studien zeigten, dass die Tabletten etwas höhere Wirkstoffkonzentrationen im Blut erzeugten als die Kapseln. Die einmal und zweimal tägliche Einnahme von Kaletra Tabletten war bei Erwachsenen über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren ähnlich wirksam, die Studien deuteten jedoch darauf hin, dass die einmal tägliche Einnahme möglicherweise nicht so wirksam ist, die HIV- Werte niedrig zu halten, wie die zweimal tägliche Einnahme.

Welches Risiko ist mit Kaletra verbunden?

Sehr häufige Nebenwirkungen von Kaletra (beobachtet bei mehr als 1 von 10 Patienten) sind Infektionen der oberen Atemwege (Erkältungen), Nausea (Übelkeit) und Diarrhö (Durchfall). Bei

Kindern treten ähnliche Nebenwirkungen auf. Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Kaletra berichteten Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Kaletra darf nicht bei Patienten angewendet werden, die überempfindlich (allergisch) gegen Lopinavir, Ritonavir oder einen der sonstigen Bestandteile sind. Kaletra darf auch nicht bei Patienten mit einer schweren Lebererkrankung oder bei Patienten angewendet werden, die Johanniskraut (ein pflanzliches Präparat zur Behandlung von Depressionen) oder Arzneimittel, die in der gleichen Weise wie Kaletra abgebaut werden und in hohen Konzentrationen im Blut gesundheitsschädlich sind, einnehmen. Die vollständige Auflistung der Einschränkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Warum wurde Kaletra zugelassen?

Der CHMP gelangte zu dem Schluss, dass der Nutzen von Kaletra gegenüber den Risiken überwiegt, und empfahl, die Genehmigung für das Inverkehrbringen zu erteilen.

Weitere Informationen über Kaletra:

Am 20. März 2001 erteilte die Europäische Kommission eine Genehmigung für das Inverkehrbringen von Kaletra in der gesamten Europäischen Union.

Den vollständigen Wortlaut des EPAR für Kaletra finden Sie auf der Website der Agentur: ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/European Public Assessment Reports. Wenn Sie weitere Informationen zur Behandlung mit Kaletra benötigen, lesen Sie bitte die Packungsbeilage (ebenfalls Teil des EPAR) oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Zusammenfassung wurde zuletzt im 02-2012 aktualisiert.

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