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Zaltrap (aflibercept) - L01XX44

Updated on site: 11-Oct-2017

Name des ArzneimittelsZaltrap
ATC-CodeL01XX44
Substanzaflibercept
HerstellerSanofi-Aventis Groupe

Zaltrap

Aflibercept

Dies ist eine Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR) für Zaltrap. Hierin wird erläutert, wie der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) das Arzneimittel beurteilt hat, um zu seinem befürwortenden Gutachten zur Erteilung der Genehmigung für das Inverkehrbringen und seinen Empfehlungen zu den Anwendungsbedingungen für Zaltrap zu gelangen.

Was ist Zaltrap?

Zaltrap ist ein Arzneimittel, das den Wirkstoff Aflibercept enthält. Es ist als Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (Tropfinfusion in eine Vene) erhältlich.

Wofür wird Zaltrap angewendet?

Zaltrap wird zur Behandlung von Erwachsenen mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (Dickdarmkrebs, der sich in andere Körperteile ausgebreitet hat) angewendet, bei denen eine Behandlung auf der Basis eines anderen Arzneimittels, Oxaliplatin, nicht gewirkt hat oder bei denen sich der Krebs nach einer solchen Behandlung verschlimmert hat. Zaltrap wird zusammen mit FOLFIRI angewendet. Es handelt sich dabei um eine Behandlung, bei der die Arzneimittel Irinotecan, 5-Fluorouracil und Folinsäure miteinander kombiniert werden.

Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.

Wie wird Zaltrap angewendet?

Die Behandlung mit Zaltrap sollte unter Aufsicht eines Arztes erfolgen, der in der Anwendung von Arzneimitteln zur Krebstherapie erfahren ist.

Zaltrap wird in einer Dosis von 4 mg pro Kilogramm Körpergewicht als Infusion in eine Vene über einen Zeitraum von einer Stunde verabreicht. Im Anschluss daran erfolgt die FOLFIRI-Behandlung. Dieser Behandlungszyklus wird alle 2 Wochen wiederholt, bis die Krankheit sich verschlimmert oder die Behandlung vom Patienten nicht länger vertragen wird. Bei Patienten, bei denen bestimmte

© European Medicines Agency, 2013. Reproduction is authorised provided the source is acknowledged.

Nebenwirkungen auftreten, muss die Behandlung abgebrochen oder verschoben werden oder unter Umständen eine Dosisanpassung vorgenommen werden.

Wie wirkt Zaltrap?

Der in Zaltrap enthaltene Wirkstoff, Aflibercept, ist ein Protein, das an den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (vascular endothelial growth factor, VEGF) und den plazentaren Wachstumsfaktor (placenta growth factor, PlGF) bindet. Diese Wachstumsfaktoren sind Stoffe, die im Blut zirkulieren und das Wachstum von Blutgefäßen fördern. Durch die Bindung an VEGF und PIGF verhindert Aflibercept, dass die Wachstumsfaktoren ihre Wirkung entfalten. Dadurch können die Krebszellen kein eigenes Blutversorgungssystem aufbauen und werden nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Dies trägt wiederum dazu bei, das Tumorwachstum zu verlangsamen.

Wie wurde Zaltrap untersucht?

Die Wirkungen von Zaltrap wurden zunächst in Versuchsmodellen getestet, bevor sie an Menschen untersucht wurden.

Zaltrap wurde in einer Hauptstudie an 1 226 Erwachsenen mit metastasiertem kolorektalem Karzinom, die nicht auf eine Behandlung auf Oxaliplatinbasis angesprochen hatten, untersucht. Zaltrap wurde mit Placebo (einer Scheinbehandlung) in Kombination mit FOLFIRI verglichen. Hauptindikator für die Wirksamkeit war die durchschnittliche Zeitdauer, während der die Patienten nach der Behandlung überlebten.

Welchen Nutzen hat Zaltrap in diesen Studien gezeigt?

Zaltrap war bei der Verlängerung der Überlebensdauer der Patienten wirksamer als Placebo: Patienten, die mit Zaltrap plus FOLFIRI behandelt wurden, lebten im Durchschnitt 13,5 Monate weiter, während mit Placebo und FOLFIRI behandelte Patienten im Durchschnitt 12,1 Monate weiterlebten.

Welches Risiko ist mit Zaltrap verbunden?

Sehr häufige Nebenwirkungen von Zaltrap (beobachtet bei mehr als 20 von 100 Patienten) sind Leukopenie und Neutropenie (erniedrigte Anzahl weißer Blutkörperchen, einschließlich der Art, die Infektionen bekämpft), Durchfall, Proteinurie (Eiweiß im Urin), erhöhte Leberenzymwerte (Aspartat- und Alanin-Transaminasen), Stomatitis (Entzündung im Mundraum), Müdigkeit, Thrombozytopenie (geringe Zahl der Blutplättchen), Hypertonie (hoher Blutdruck), Gewichtsabnahme, verminderter Appetit, Nasenbluten, Bauchschmerzen, Dysphonie (Sprachstörungen), Anstieg des Kreatininwertes im Blut (ein Marker für Nierenprobleme) und Kopfschmerzen. Sehr häufige Nebenwirkungen, aufgrund derer die Behandlung endgültig abgebrochen werden musste, waren Kreislaufprobleme, einschließlich Bluthochdruck, Infektionen, Müdigkeit, Durchfall, Flüssigkeitsverlust, Stomatitis, Neutropenie, Proteinurie und Lungenembolie (ein Blutgerinnsel in den Blutgefäßen, die die Lunge versorgen).

Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Zaltrap berichteten Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Zaltrap darf nicht bei Patienten angewendet werden, die überempfindlich (allergisch) gegen Aflibercept oder einen der sonstigen Bestandteile sind. Obwohl Arzneimittel mit demselben Wirkstoff zur Anwendung als Injektion ins Auge erhältlich sind, darf Zaltrap nicht ins Auge injiziert werden, da es für eine solche Anwendung nicht entwickelt wurde und lokale Schäden verursachen kann.

Warum wurde Zaltrap zugelassen?

Obwohl die Anwendung von Zaltrap mit bedeutenden Nebenwirkungen verbunden ist, die schwer genug sein können, um zu einem Abbruch der Behandlung zu zwingen, zeigen die Ergebnisse der umfangreichen Hauptstudie, dass ein geringer aber klinisch bedeutender Nutzen im Hinblick auf die Verlängerung der Lebensdauer von behandelten Patienten besteht, bei denen eine vorangegangene Behandlung erfolglos war. Daher gelangte der CHMP insgesamt zu dem Schluss, dass der Nutzen von Zaltrap gegenüber den Risiken überwiegt, und empfahl, die Genehmigung für das Inverkehrbringen zu erteilen.

Welche Informationen werden für Zaltrap noch erwartet?

Das Unternehmen, das Zaltrap herstellt, wird Blut und Gewebe von Patienten untersuchen, die an den klinischen Prüfprogrammen teilnahmen. Anhand dieser Untersuchungen sollen diejenigen Patienten ermittelt werden, die eher auf die Behandlung ansprechen.

Weitere Informationen über Zaltrap

Am 1. Februar 2013 erteilte die Europäische Kommission eine Genehmigung für das Inverkehrbringen von Zaltrap in der gesamten Europäischen Union.

Den vollständigen Wortlaut des EPAR für Zaltrap finden Sie auf der Website der Agentur: ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/European public assessment reports. Wenn Sie weitere Informationen zur Behandlung mit Zaltrap benötigen, lesen Sie bitte die Packungsbeilage (ebenfalls Teil des EPAR) oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Zusammenfassung wurde zuletzt im 02-2013 aktualisiert.

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